Magier des Lichts

13. April 2026

Noch bis zum 18. April 2026 präsentiert die Galerie Photokunst Johanna Breede in Berlin die Ausstellung Hocus Pocus – von Leib und Stein mit Werken von Herbert List.
Kaum ein Fotograf des 20. Jahrhunderts hat das Spiel von Licht und Körper so eindrucksvoll beherrscht wie Herbert List (1903–1975). Seine Arbeiten zeigen eine unverwechselbare Fähigkeit: Er verwandelt den menschlichen Körper in eine plastische Skulptur – und erweckt zugleich antike Statuen im Sonnenlicht zu neuem Leben. Nicht ohne Grund wurde er vielfach als „Magier des Lichts“ bezeichnet.

Dass der Begriff Fotografie – das „Schreiben mit Licht“ – bereits das zentrale Gestaltungselement im Namen trägt, erscheint selbstverständlich. Doch bei List wird Licht mehr als ein technisches Mittel: Es wird zur künstlerischen Handschrift. Weiche Kontraste, satte Grauwerte und fein abgestufte Tonalitäten, erzielt durch lange Belichtungszeiten in der Dunkelkammer, prägen seine Bildsprache. Marmor verliert sein gleißendes Weiß und gewinnt an Lebendigkeit; Haut erscheint in schimmernder Bräune. So entsteht in Lists Fotografien eine beinahe sinnliche Wärme. Selbst im Winter aufgenommene Körperstudien wirken „warm to the touch“ – als ließe sich das Licht selbst fühlen. 

Die Ausstellung bei Photokunst Johanna Breede lädt dazu ein, das Werk Herbert Lists neu zu entdecken und die poetische Kraft seiner Lichtregie zu erleben.
Katrin Ullmann

LFI 3.2014+-

Leica Klassiker: Der magische Moment. Herbert List hat die Fotografie erst spät vom Hobby
zum Beruf gemacht. Geprägt vom „Neuen Sehen“ der 1920er suchte er stets, die Distanz zum Objekt zu wahren. Mehr

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