Documenting East London

José Sarmento Matos

27. März 2020

London heißt leben. Um das einzigartige soziale Gefüge der multikulturellen Millionenmetropole zu dokumentieren, hat José Sarmento Matos im Laufe der Jahre schon über 15.000 Fotos im Osten der Stadt aufgenommen. In Zeiten des sozialen Stillstands erinnern seine Aufnahmen daran, wie wichtig gemeinsame Erlebnisse sein können.
LFI:Wie sind Sie zur Street Photography gekommen?
José Sarmento Matos: Mich bewegt Fotografie im Allgemeinen nicht nur wegen ihres ästhetischen Charakters, sondern auch, weil ich sie als Werkzeug zum Erzählen von Geschichten benutze. Und das ist meine Leidenschaft: in gewisser Art und Weise ein Voyeur zu sein und mich meinen Motiven zu nähern, um die Geschichten anderer Menschen besser zu verstehen. Was ich auf der Straße fotografiere, wird zum Teil meines Alltags, meiner Wege, meiner Reisen, aber es ist auch eine Erholungspause von meinen anderen Aufgaben.

Was bedeutet die Stadt London für Sie?
Wenn ich an London denke, denke ich an eine Leinwand mit fantastischem Licht, lebendigen Farben und Szenerien, in denen sich Menschen aus allen möglichen Kulturen tummeln. In London habe ich mich als Fotograf etabliert, was für mich einen hohen Stellenwert hat. Die meisten meiner Inspirationen in den vergangenen Jahren – egal ob gute oder schlechte – kamen von den Menschen, denen ich in London begegnet bin.

Sie haben über viele Jahre hinweg Tausende von Bildern in London aufgenommen. Wie haben Sie Ihre Bilder ausgewählt?
Als ich begann diese Serie zu fotografieren, machte ich gerade einen Master of Arts und lernte die Stadt erst kennen. Bevor ich dorthin zog, wusste ich so wenig über London! Meine Kamera war ein sehr guter Grund, die Stadt zu erkunden und mehr über sie zu erfahren. Nach einigen Monaten erwies sich der Osten von London als idealer Schauplatz für eine größere Fotostrecke. Von da an begann ich, meine Fotos nach einer einheitlichen Farbgebung und einer spezifischen Nutzung des verfügbaren Lichts zusammenzustellen. Und nicht zuletzt war es mir wichtig, die Vielfalt der Gegend zu zeigen, da dieser Aspekt auch auf mich selbst einen großen Einfluss ausgeübt hat.
Danilo Rößger
ALLE BILDER AUF DIESER SEITE: © José Sarmento Matos
EQUIPMENT: Leica M10-P und Leica M (Typ 240) mit Summilux-M 1:1.4/35 Asph und Summicron-M 1:2/50 Asph

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JSM_© Naomi Delorme
© Naomi Delorme

Der portugiesische Dokumentarfotograf und Filmemacher, der in London lebt, konzentriert sich auf Langform-Storytelling zu Themen wie Identität, Ungleichheit, Migration und Resilienz von Gemeinschaften. In den letzten zehn Jahren wurden seine Arbeiten international in der New York Times, dem Guardian, Le Monde, dem New Yorker, Newsweek und der Washington Post veröffentlicht. Von Magnum Photos wurde er für sein Projekt Turning the Page als einer der „30 unter 30“ Fotografen ausgewählt. Sein dreijähriges Projekt Where Do I Belong? Abandoning the Venezuelan Dream wurde 2020 mit dem Estação Imagem Award ausgezeichnet. Mehr

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