Im Reich der Polarfüchse

Mats Andersson

14. Februar 2025

Vorbilder und Inspirationen seiner Fotografie sind Sally Mann und Christer Strömholm: Mit seinen Schwarzweißaufnahmen möchte der Fotograf zeitlose Gefühle wie Traurigkeit und Melancholie vermitteln.
LFI: Wie sind Sie auf das Projekt gekommen?
Mats Andersson: Im Jahr 2017 war ich zum ersten Mal in den Westfjorden im Nordwesten Islands. Auf unserem Roadtrip kamen wir an einem Ort vorbei, an dem wir zwei Polarfüchse hinter einem Zaun sahen. Ich wusste schon vorher, dass es wilde Polarfüchse auf der Insel gibt, aber sie sind sehr scheu, und ich hatte sie bis dahin nur von Weitem gesehen. Im Jahr 2023, als ich mich auf einen Foto-Workshop in Island vorbereitete, bekam ich die Gelegenheit, in den Norden zu fahren und das riesige Naturschutzgebiet Hornstrandir zu besuchen. Hier, in diesem abgelegenen Gebiet, hatte ich meine erste nahe Begegnung mit wilden Polarfüchsen. Und ich war verzückt!

Was fasziniert Sie an den Polarfüchsen?
Das Faszinierende an diesen kleinen Füchsen – und gleichzeitig erstaunlich – ist, dass es sie in Island schon gab, bevor die ersten Menschen im 9. Jahrhundert auf die Insel kamen. Der Polarfuchs ist also das einzige einheimische Säugetier in Island, und das schon seit Tausenden von Jahren. Die Füchse, die heute hier leben, stammen aus mindestens fünf verschiedenen genetischen Gruppen. Man nimmt an, dass sie während der letzten Eiszeit nach Island eingewandert sind.

Wie war Ihr fotografischer Ansatz, und welche Herausforderungen gab es?
In erster Linie möchte ich wilde Tiere immer in ihrer Umgebung zeigen, in ihrem natürlichen Lebensraum. Wenn ich etwas näher herangehe, will ich immer ein Gefühl vermitteln. So wie auf einem der Bilder aus diesem Sommer mit dem Titel Allein: ein kleiner Fuchs, der in der Landschaft sitzt, in der der Schnee schmilzt, und der seinen Kopf scheinbar ein wenig traurig neigt [Letztes Bild im Beitrag, Anm.d.R.]. Das Schlimmste, was man meiner Meinung nach tun kann, ist, starke Teleobjektive zu verwenden und Porträts von den Tieren zu machen. Dann verpasst man es zu spiegeln, dass man sich in der Wildnis befindet, und auch den Raum zu zeigen, in dem der Fuchs lebt – das Reich des Polarfuchses.

Die Herausforderung besteht darin, so viel wie möglich von der Landschaft wiederzugeben – und die winzigen Füchse nur einen kleinen Teil des Fotos werden zu lassen, um zu zeigen, wie sie leben und wie es in ihrem Reich aussieht. Die Füchse werden hier oben nicht gejagt, deshalb sind sie nicht so scheu. Aber eine Kamera zu haben, die völlig lautlos sein kann, war bei manchen Gelegenheiten von Vorteil.

Wie genau hat sich denn die Leica für Ihr Projekt bewährt?
Meine Leica SL2-S ist großartig! Ich schätze den großen Dynamikbereich, die Stabilisierung in der Kamera, die lange Verschlusszeiten aus der Hand ermöglicht, und die Tatsache, dass ich nachts mit hohen ISO-Werten fotografieren kann. Ganz zu schweigen davon, dass auch die Objektive das Beste sind, was man haben kann. Die Objektive von Leica sind wirklich eine Klasse für sich. Eines meiner Lieblingsobjektive für die Tierwelt ist das Leica Vario-Elmar-SL 1:5–6.3/100–400. Absolut perfekt!

Was erzählen die Polarfüchse über die Natur, über das Land selbst?
Sie erzählen wirklich die Geschichte des Landes. Sie sind das einzige ursprüngliche Säugetier in Island und leben schon seit Jahrtausenden hier. Sie sind echte Überlebenskünstler. Für mich sind sie, wenn überhaupt, das Symbol für Island.
Katja Hübner
ALLE BILDER AUF DIESER SEITE: © Mats Andersson
EQUIPMENT: Leica SL, Vario-Elmar-SL 1:5-6.3/100-400, Super-Vario-Elmar-SL 1:3.5-4.5/16-35 Asph

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© Nina Frydenlund

Studierte Ende der 1980er-Jahre Fotografie an der Hochschule für Kunsthandwerk und Design in Göteborg. Darauf folgte eine Tätigkeit als Art-Director und Fotograf in der Werbebranche. Seit 2009 arbeitet er als Kunst- und Naturfotograf. Er hat 13 Bücher veröffentlicht und wurde zwischen 2011 und 2025 international über 60 Mal ausgezeichnet. Seine Bilder wurden in mehr als 20 Ländern ausgestellt. Mehr

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