Fragile Balance

21. November 2025

Die Leica Galerie Düsseldorf zeigt bis zum 10. Januar 2026 unter dem Titel Weiß war der Schnee Arbeiten des deutschen Fotokünstlers Thomas Wrede.
Im Zentrum der Ausstellung steht ein fotografisches Langzeitprojekt, in dem sich Thomas Wrede seit 2018 mit dem Verschwinden der alpinen Gletscher und deren schützender Verpackung aus Vliestüchern auseinandersetzt. Wredes Arbeiten bewegen sich zwischen dokumentarischer Beobachtung und künstlerischer Inszenierung. Sie zeigen Gletscherlandschaften, die zu surrealen Bühnen werden – bedeckt von weißem Kunststoffvlies, durchzogen von Schmutz, Falten und Rissen. Orte wie der Rhonegletscher oder der Presena-Gletscher in Südtirol werden zu Metaphern einer fragilen Balance zwischen Natur und Künstlichkeit, zwischen Hoffnung und Verlust.

Ein weiterer Bestandteil der Ausstellung ist die Werkreihe Real Landscapes, mit der sich Wrede seit über zwei Jahrzehnten international einen Namen gemacht hat. Die großformatigen Fotografien inszenierter Miniaturlandschaften hinterfragen auf subtile Weise unsere Wahrnehmung von Realität und Fiktion. Was auf den ersten Blick wie ein authentisches Naturbild erscheint, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als kunstvoll arrangiertes Modell in einer realen Landschaft. Mit diesen Arbeiten setzt Wrede die Themen der Natursehnsucht und medialen Bildproduktion fort und es entsteht ein gedanklicher Resonanzraum, der sich auch in Weiß war der Schnee wiederfindet.
Katrin Ullmann
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