Frauen. Fragen. Fotoarchive

23. März 2026

Bis zum 14. Juni 2026 präsentiert die Fotostiftung Schweiz in Winterthur die Ausstellung Frauen. Fragen. Fotoarchive
Frauen haben fotografiert, experimentiert und dokumentiert – so auch die sieben Schweizer Fotografinnen Anny Wild-Siber (1865–1942), Gertrud Dübi-Müller (1888–1980), Marie Ottomann-Rothacher (1916–2002), Margrit Aschwanden (1913–2004), Hedy Bumbacher (1912–1992), Leni Willimann-Thöni (1918–2002) und Anita Niesz (1925–2023), deren Archive in der Ausstellung gezeigt und deren Biografien nachgezeichnet werden. Dennoch war die Fotografiegeschichte der Schweiz lange Zeit vor allem eine Geschichte männlicher Fotografen, überliefert aus männlicher Perspektive. Auch technisch versierte Amateurfotografinnen blieben mit ihren eindrucksvollen Zeitzeugnissen am Rande der Geschichtsschreibung der Schweizer Fotografie.

Die Ausstellung Frauen. Fragen. Fotoarchive in der Fotostiftung Schweiz öffnet ein Feld, in dem die Fotografie eine vielschichtige Rolle spielt. Fotografien zeugen im Dialog mit Schriftdokumenten von Ambitionen, Ausbildungsverhältnissen, beruflichen Herausforderungen. Die ausgewählten Bildgruppen vermitteln zugleich die Perspektive der Fotografinnen auf die Lebenswelten, die ihnen zugänglich waren.

Sowohl in den Biografien als auch in den Fotografien und Dokumenten spiegeln sich gesellschaftliche Strukturen und Rollenbilder einer Zeit, in der Frauen in der Schweiz für ihr Recht auf Selbstbestimmung und politische Mitsprache kämpfen mussten. Die historische Kontextualisierung der sieben Positionen macht auch jene Momente sichtbar, in denen sich Fotogeschichte und die Geschichte der Frauenbewegung berühren.
Katrin Ullmann
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