Beifahrersitz
Beifahrersitz
Adali Schell
27. Juni 2025
Die direkte Einbeziehung der Abendsonne ins Bild hat sich für mich als verlässliches Mittel erwiesen, um ein sehr kontrastreiches und hervorragend druckbares Negativ zu erzeugen. Da die Sonne so hell ist, kann ich mit Blende f/16 oder f/22 bei 1/1000 Sekunde fotografieren, was tiefe Schwarztöne und Schatten erlaubt, während gleichzeitig die Sonne als Weißpunkt erhalten bleibt. Als ich dieses Negativ für meine Leica-Ausstellung in der Leica Galerie L. A. druckte, fand ich, dass der Abzug besonders gut gelungen ist.
Aus Los Angeles zu stammen, ist eine besondere Erfahrung, denn dieser Ort ist weltweit bekannt für Dinge, mit denen ich mich nur schwer identifizieren kann. Immer wieder zeigt mir meine Kamera die Dissonanzen zwischen der Realität und den Vorstellungen von der Stadt – und wo mein eigenes Leben zwischen diesen Bildern verortet ist.
Nachdem ich sowohl Fremde als auch geliebte Menschen fotografiert habe, merke ich, dass mir die Bilder, die Menschen zeigen, die ich kenne, am meisten bedeuten. Der Versuch, meine echten Beziehungen darzustellen, verbindet mich auf tiefster Ebene mit der Fotografie und meinem Leben.“
LFI 4.2025+-
Sehen Sie in dieser Ausgabe Bilder der Leica Ikone Louis Stettner – zwischen New York City und Paris. Außerdem: Adali Schell zeichnet ein intimes Porträt junger Erwachsener und ihrer ersten eigenen Autos; Lys Arango begleitet die letzten Momente des Minenalltags in Asturien; Tytus Grodzickis Streetfotografie gewährt Einblicke in Land und Leute Georgiens; und Roman Sokolov zeigt eine Parallelwelt inmitten von Kopenhagen. Mehr
Adali Schell+-
Geboren 2001 in Los Angeles, Kalifornien. In seiner Arbeit setzt Schell sich mit Gemeinschaft und Zugehörigkeit auseinander. Themen, die sich aus seinem Aufwachsen in Südkalifornien und seinen familiären Wurzeln im ländlichen Ohio ergeben. Seine Arbeiten wurden unte anderem in der New York Times, der Los Angeles Times und dem Guardian veröffentlicht. Außerdem stellte er bereits international aus, zum Beispiel auf dem rennomierten französichen Fotofestival Les Rencontres d'Arles und im Museum von Warschau. Im Jahr 2024 erhielt er einen Bachelor of Fine Arts an der UCLA. Mehr