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LFI.GALLERY FOTOGRAFEN

28.09.2021

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Der Capitol Hill in Seattle ist für Orlin Nedkov ein Mekka der Porträtfotografie. Jedes Wochenende begibt er sich mit seiner Leica X2 und Leica SL auf die Pirsch, um spontane Porträts der Leute einzufangen, die dort flanieren, feiern, arbeiten und leben. Auf diese Weise sind im Laufe der Zeit etliche Aufnahmen entstanden, von denen wir hier einige vorstellen. Mit uns sprach Nedkov über einen faszinierenden Stadtteil voller Individualisten – der sich allerdings im Laufe der Zeit mehr und mehr verändert hat.

LFI: Was hat Ihre Leidenschaft für die Porträtfotografie auf der Straße entfacht?
Orlin Nedkov: Ich habe das Gefühl, dass ich ständig in die Menschen verliebt bin, die ich auf der Straße sehe, vor allem im Capitol-Hill-Viertel von Seattle. Ihre Schönheit, ihr Stil, ihre Mode, ihre Kreativität und ihr unabhängiger, nicht vom Mainstream geprägter Drang, sich auf einzigartige Weise auszudrücken, haben meine Leidenschaft geweckt, sie zu porträtieren. Jeder von ihnen wird für ein oder zwei Minuten zu meiner Muse, während ich das Porträt mit meiner Kamera aufnehme. Indem ich sie porträtiere, feiere ich sie.

Was genau gefällt Ihnen an der Porträtfotografie?
Die Porträtfotografie und insbesondere Straßenporträts befriedigen meinen Drang, jedes Mal, wenn ich meine Kamera in die Hand nehme, etwas Neues, Aufregendes, Andersartiges und Herausforderndes zu fotografieren. In den zehn Jahren, in denen ich fotografiere, habe ich viele interessante Menschen kennengelernt, und mit einigen von ihnen habe ich sogar dauerhafte Freundschaften geschlossen. Für mich wird es nie langweilig, Straßenporträts zu machen, und ich muss zugeben, ich bin süchtig danach!

Wie würden Sie das Stadtviertel Capitol Hill in Seattle beschreiben, in dem Sie Ihre Fotos machen?
Capitol Hill ist einer der ältesten Stadtteile von Seattle. Ein wohlhabender Immobilienmakler gab ihm in den 1900er-Jahren seinen Namen, in der Hoffnung, dass das Washington State Capitol von der Stadt Olympia dorthin umziehen würde. Das geschah nie. Heute ist das Viertel eines der wohlhabendsten der Stadt, vor allem der nördliche Teil. Dort befindet sich die „Millionaires’ Row“, im Süden der Broadway, die Hauptstraße, die durch das Viertel führt und von zahlreichen Restaurants und Secondhandläden gesäumt ist. Das Viertel ist Seattles beliebtester Ort für Nachtleben und Partys. Auch die LGBTQ- und Gegenkultur ist hier stark vertreten. Letztes Jahr war Capitol Hill den ganzen Sommer über das Epizentrum von Protesten. Auf dem Capitol Hill herrscht immer eine kreative Atmosphäre. Überall gibt es Straßenkunst, Straßenmusiker, Musikfestivals und Straßenfeste, und jeden Sonntag findet das ganze Jahr über ein Wochenmarkt statt.

Aber was den Capitol Hill für mich zu einem einzigartigen und aufregenden Ort macht, sind seine Menschen. Sie sind extravagant, exzentrisch und extravertiert, und viele von ihnen sind, so würde ich sagen, auf der Suche nach Aufmerksamkeit. Einen völlig Fremden anzusprechen ist hier die Norm; alle sind sehr freundlich.

An dieser Stelle muss ich mit einer traurigen Anmerkung schließen. In den letzten Jahren hat Capitol Hill allmählich seine Identität verloren, da Hightech- und Risikokapitalunternehmen einziehen und versuchen, vom Immobilienboom zu profitieren. Viele kleine und einige große Geschäfte sind verschwunden, alte Gebäude werden abgerissen, um Platz für neue, billig aussehende Apartmentkomplexe zu schaffen. Dies hat dazu geführt, dass viele alteingesessene Bewohner in andere Stadtteile geflohen sind, in denen das Wohnen noch erschwinglich ist – vorerst. Eine dieser Gegenden ist South Park. Ich habe mich in letzter Zeit oft dorthin gewagt, und obwohl es viel kleiner ist, erinnert es mich irgendwie daran, wie Capitol Hill vor zehn Jahren war.

Haben Sie einen bestimmten fotografischen Ansatz?
Nein. Ich bin normalerweise mit Freunden oder allein auf dem Hügel unterwegs, und bei meinen Spaziergängen in der Nachbarschaft treffe ich Leute auf der Straße. Ich bleibe stehen, um mit ihnen zu reden, und bitte sie, mir zu erlauben, sie zu fotografieren. Dies geschieht an zufälligen Orten mit unterschiedlichem Licht und unterschiedlicher Umgebung. Einige der Leute, die ich treffe, sind in Eile und haben nur eine Minute Zeit. Ich muss schnell einschätzen, wo genau und wie ich sie positionieren muss, um die beste Aufnahme zu machen. Alles vollzieht sich spontan und macht die Sache etwas schwieriger, aber ich mache es gern. (Interview: Danilo Rößger)

Alle Bilder auf dieser Seite: © Orlin Nedkov
Equipment: Leica X2, Elmarit 1:2.8/24 Asph, Leica SL (Typ 601) mit Sigma 1:2.8/24–70 DG DN und weiteren
© Orlin Nedkov

Orlin Nedkov

...lebt in einem Vorort von Seattle, Washington, USA, und arbeitet als Augenchirurgietechniker in einem örtlichen Krankenhaus. Sein Hobby und seine Leidenschaft ist die Porträtfotografie, vor allem im Stadtteil Capitol Hill in Seattle. Leider kommt er nur an den Wochenenden dazu, wenn er nicht arbeitet. Da er normalerweise Leute auf der Straße anspricht und sie bittet, Porträts von ihnen machen zu dürfen, hat er nur wenige Augenblicke Zeit, um etwas Einzigartiges einzufangen …

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