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26.08.2020

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Heute, am 26. August, gratulieren wir dem Leica-Fotografen Micha Bar-Am zum 90. Geburtstag. Längst zählt er zu den wichtigsten Chronisten des Staates Israel. In seinem vielschichtigen Werk hat er die Geschichte des Landes von der Gründung bis in die Gegenwart in all ihren Höhen und Tiefen festgehalten. Seit er als junger Mann die Fotografie für sich entdeckte, blieb die Kamera für ihn das Vehikel zum Verständnis der Welt: „Das Klicken des Verschlusses wird zu einer Art Pulsschlag. Ich schütze mich vor dem Wahnsinn, indem ich durch meine Kamera der Welt beständig Ordnung verleihe“, bekannte er einmal.

Micha Bar-Am wurde 1930 als Michael Anguli in Berlin geboren, 1936 emigrierte die Familie nach Palästina. Er wuchs in Haifa und einem Kibbuz auf, war als junger Mann aktiv im anti-britischen Untergrund. Seinen Codenamen Bar-Am behielt er später als zivilen Namen bei.

Im Interview, das er im September 1998 mit der Fotografin Tina Ruisinger führte, beschreibt er seinen Weg zur Fotografie: „Soweit ich mich erinnern kann, bin ich schon früh ein visueller Mensch gewesen. Erste Experimente habe ich mit einer sehr sperrigen Kamera meiner Mutter gemacht, einer ‚großen Harmonika‘, deren Handhabung äußerst kompliziert war. Erst Anfang zwanzig wurde ich stolzer Besitzer meiner ersten richtigen Kamera, einer Leica.“ Im kürzlich geführten Interview mit der LFI bekannte er: „Der Weg für visuelle Abenteuer war damit offen.“ Mit der Leica verfolgte er seit der Staatsgründung die Entwicklung Israels. Er fotografierte den Alltag im Kibbuz, die Konflikte zwischen Israelis und Palästinensern, die Hoffnungen und Nöte der Neueinwanderer, begleitete 1961 den Eichmann-Prozess. Und er war bei allen Nahostkriegen als Fotograf engagiert. Seit 1968 ist er korrespondierendes Mitglied bei Magnum Photos, bis heute ist er in der Agentur der einzige Fotograf aus Israel.

„Fotografie ist für mich wirklich die aufregendste Art zu leben. Ich habe Glück gehabt, denn ich habe nicht nur etwas für visuelle Kultur übrig, sondern die Fotografie hat mir auch die Möglichkeit gegeben, mich einzumischen, die dramatischsten Seiten des Lebens zu studieren“, so Bar-Am. Sein Archiv zählt Hunderttausende von Bildern. In der LFI 7/2020, die am 18. September erscheint, präsentieren wir ein 20-seitiges Portfolio.

Alles Gute zum Geburtstag, lieber Micha Bar-Am!
(Ulrich Rüter)
Selbstporträt mit geschmuggelter Kamera, Mount Scopus Enklave, Jerusalem 1958, © Micha Bar-Am/Magnum Photos
Tina Ruisinger, Porträt Micha Bar-Am, New York 1998; © und courtesy Tina Ruisinger; vgl. auch: Gesichter der Fotografie. Begegnungen mit 50 Meisterfotografen des 20. Jahrhunderts, Edition Stemmle 2002
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