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PORTFOLIO

20.09.2019

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Das Projekt Ken von Clément Paradis begleitet japanische Kinder bei ihren ersten Schritten in der altehrwürdigen Welt des Sumo-Ringens. Der französische Fotograf war aber auch außerhalb der Arenen unterwegs. Im Gespräch erzählt er, was für ihn das Besondere am Fotografieren in Japan ist.

Ken ist ein Teil des Projekts Partition Magique. Worum geht es da?
Partition Magique handelt von einer Aufteilung des Alltags in japanischen Großstädten – sowohl von Erwachsenen als auch von Kindern, die wiederum in einer abgekapselten Welt für sich leben. Ich mag das Wort „Partition“ – auf Englisch bedeutet es unter anderem „Trennwand“, aber auf Französisch „Notenschrift“. Diese Mehrdeutigkeit passt sehr zu Tokio und Japan im Allgemeinen, zu dem bittersüßen Alltag, den die Japaner in ihren urbanen und sozialen Labyrinthen leben.

Wie definieren Sie Ihren fotografischen Ansatz?
Ich konzentriere mich selten auf die Beschreibung präziser Fakten. Ich befinde mich gerne im Fluss und versuche zu verstehen, wie die Fotografie mich von meiner ursprünglichen Position zu Ansichten führt, die ich erst einmal identifizieren muss. Deshalb benutze ich die Fotografie als Mittel, um Wege zu pflastern, anstatt feste Aussagen zu treffen.

Bei meinen Bildern geht es eher darum, der Welt zu begegnen als sie zu beschreiben. Das Prinzip Schwarzweiß eignet sich dafür sehr gut, weil es eine gewisse Ehrlichkeit ausstrahlt. Es ersetzt nicht die Realität. Nachdem man Schwarzweißfotografien gesehen hat, kann man immer noch die farbige Welt sehen, sie wird sich immer von der Darstellung unterscheiden, die ich erschaffen habe. Ich möchte also nur eine Momentaufnahme entwerfen – eine Partition, die in vielerlei Hinsicht konfiguriert werden kann.

Die meisten Ihrer fotografischen Projekte befassen sich mit der japanischen Kultur. Was fasziniert Sie so daran?
Ich finde bereits die Faszination selbst, die man für Japan entwickeln kann, faszinierend! Ich bin aber genau so erstaunt über die Faszination, die die Japaner für ihr eigenes Land haben. Es macht mir zudem viel Spaß, zu erfahren, wie sich mein Bild über fremde Kulturen formt. Die Fotografie funktioniert in Japan anders als in Europa. Ich lerne viel, wenn ich mit japanischen Fotografen spreche und arbeite. Wir Europäer fotografieren so, wie wir komplexe Gebäude bauen; die Japaner fotografieren so, als sängen sie ein bekanntes Lied. Ich wüsste nicht, warum ich nicht beides tun sollte! (dar)

Alle Bilder auf dieser Seite: © Clément Paradis
Ausrüstung: Leica M Monochrom mit Elmarit-M 1:2.8/90 und Summilux-M 1:1.4/35

Den ganzen Artikel mit weiteren Bildern finden Sie in der LFI 7/2019.
© Sophie Paradis

Clément Paradis

Paradis, 1983 geboren, sieht sich als Fotograf, Autor, Buchdesigner, Lehrer und Lernender. Mit Bildern und Worten arbeitet er in Frankreich und Japan. 2012 gründete er den Independent-Verlag Timeshow Press. Seine erste Monografie, Sound of Midnight, erschien im Jahr 2014. Paradis lehrt Ästhetik und Theorie der Fotografie an der Universität von Saint-Étienne.

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