Unterwegs mit der Leica Q3

4. September 2023

Wir haben die Leica Q3 ausführlich in LFI 4.2023 und 6.2023 getestet, hier folgen weitere Stimmen und Bilder der Hamburger Foto- und Videografen Patrick Ludolph und Frank Soens sowie unseres Kollegen David Rojkowski.
Ein Klappmonitor und der aus der M11 bekannte 60-Megapixel-Sensor, ein höher auflösender Sucher und Bildschirm, und – erstmals bei Leica – ein Hybridautofokus mit Phasen- und Kontrastmessung auf dem bildgebenden Sensor. Und als ob das noch nicht genug wäre, bohrt Leica auch die Videofunktionalität der neuen Q deutlich auf, spendiert ihr einen leistungsstärkeren, aber baugleichen Akku und einen USB-C-Anschluss.

In seiner Videobotschaft – aufgenommen natürlich mit der Q3 – unterstreicht Patrick Ludolph die Kontinuität einerseits, ist aber andererseits froh darüber, wie weit sich Leica aus der Deckung gewagt hat: Der Vollformatsensor und das 28-mm-Summilux-Objektiv seien seit der ersten Q unverändert großartig, dennoch habe Leica bei der Q3 seine strenge Designschiene verlassen und – Beispiel Monitor – stelle die Funktionalität in den Vordergrund. „Der Monitor ist – Leica-like – stabil“, lobt Ludolph. Er hebt die gestiegene Lowlight-Tauglichkeit hervor und feiert – bei näherem Hinsehen – den 60-Megapixel-Sensor, dessen Auflösung er in Gänze zwar nur selten brauche, mit dem man aber bedenkenlos engere Bildwinkel simulieren könne.

Auch der Autofokus ist seiner Einschätzung nach ein großer Sprung nach vorn, gerade für Videografen: „Er funktioniert harmonisch, ohne übermäßig zu pumpen.“ Insgesamt sei die Videofunktionalität deutlich erwachsener geworden, die 8K-Auflösung funktioniert mit 28 bis 90 mm, bei einer Ausgabe in 4K könne man noch einmal bis 180 mm „zoomen“. Die aktuell fünf Leica-Looks, die über die App geladen werden können, funktionieren übrigens im Foto- und im Videomodus.

Die Bedienung dieser „superkompakten Kamera, die man wirklich immer dabei haben kann“, hat auch Frank Soens begeistert, der für uns mit der Q3 unterwegs war. Er hat unter anderem Langzeitbelichtungen mit einem ND-Filter gemacht und hebt die Möglichkeit sehr langer Belichtungszeiten besonders hervor. Zudem zeige der Monitor trotz des ND-Filters genug Informationen, um den Bildausschnitt sauber zu komponieren. Die Möglichkeit, ihn nach oben und unten zu klappen, kommt ihm dabei natürlich sehr entgegen. Die Farbwiedergabe hat Soens besonders gut gefallen, „die Details sind einfach atemberaubend gut. Selbst bei trübem Wetter behalten die dunklen Töne ihre Information, die Tiefen sind gigantisch. Es ist einfach enorm, was die RAW-Dateien der Q3 hergeben.“

David Rojkowski hat besonders der Dynamikumfang der Q3 beeindruckt; er war mit der Kamera in Italien unterwegs. „Vor allem bei Gegenlichtaufnahmen in den Innenräumen des Vatikans waren die Lichtverhältnisse ziemlich schwierig, aber bei der Entwicklung der DNGs daheim konnte ich bei jeder Aufnahme aus den dunklen Bereichen selbst dort noch eine vernünftige Zeichnung herausholen, wo mit bloßem Auge nichts mehr zu sehen war.“

Rojkowski experimentiert zwar gern mit extremen ISO-Werten, „doch in Rom waren die Lichtverhältnisse eigentlich immer so gut, dass ich nicht mehr als ISO 1600 nutzen musste“. Rauschen spielt da natürlich noch lange keine Rolle. „Ich bin es gewohnt, mit manuellen Objektiven zu fokussieren, und bin daher eher zurückhaltend, wenn es um das Thema Autofokus geht. Bei der Q3 habe ich einige AF-Modi ausprobiert und konnte mich darauf verlassen, dass der Fokus richtig saß. Und das sehr schnell. Also für Street Photography war das schon sehr gut.“ Vom Handling einer Leica SL verwöhnt, kam Rojkowski die Q3 natürlich etwas klein vor, dennoch war er sehr angenehm überrascht, wie vertraut die Bedienung der Q3 war: „Das mag ich so bei Leica.“
Tobias Habura-Stern
EQUIPMENT: Leica Q3 mit Summilux 1:1.7/28 Asph
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