Bilder einer Freundschaft

Robert Frank

8. November 2024

Die beiden Fotografen Robert Frank und Edward Keating verband eine jahrzehntelange Freundschaft. Aus Anlass des 100. Geburtstages von Robert Frank am 9. November 2024 präsentieren wir eine Auswahl von Porträts, die Keating von seinem Freund und Mentor aufgenommen hat.
Vor 100 Jahren, am 9. November 1924, wurde Robert Frank in Zürich geboren. Mit 23 Jahren ging er in die USA und reiste Mitte der 1950er-Jahre quer durch das Land. Seine 1958 erstmals publizierte Serie Die Amerikaner gilt bis heute als eines der wichtigsten Fotografiebücher des 20. Jahrhunderts, und Franks legendäre Aufnahmen sind noch immer vorbildlich für viele Street Photographer.

Edward Keating (1956–2021) lebte seit 1981 in New York City und war Fotograf der New York Times. Über die erste Begegnung mit Robert Frank berichtet Keatings Witwe, die Fotografin Carrie Boretz: „Es dauerte eine Sekunde, bis Eddie erkannte, dass es Robert Frank war, sein Idol, das er durch seinen Sucher an der Ecke Bleecker und Broadway sah. Als sich die beiden vorstellten, war dies der Beginn einer jahrzehntelangen Freundschaft. Sie war manchmal chaotisch und emotional, eine Kameradschaft zwischen zwei Männern mit ähnlichen Charakterzügen, Weltanschauungen und Persönlichkeiten; ein Band zwischen zwei sehr talentierten Fotografen, die einander schätzten.“

Die seit 1992 bis zu Franks Tod 2019 entstandenen Porträts berichten nicht nur von der engen Verbindung der beiden Fotografen, sondern auch von gemeinsamen Reisen und Projekten, so über „eine lange, beschwerliche Reise nach China im Jahr 2007 anlässlich des Jubiläums des Buches The Americans für Robert und eine Ausstellung in New York City für Eddie“, berichtet Boretz. Auch beim Entstehen von Keatings Bildband über die Route 66, erschienen 2019 beim Verlag Damiani als Main Street – The Lost Dream of Route 66, war Frank ein wichtiger Ratgeber: „Es bedurfte der Worte von Robert Frank, damit Eddie endlich erkannte, dass sein Projekt abgeschlossen war und die Meinung anderer nicht mehr zählte“, erinnert sich Boretz.

Zwei Jahre nach Franks Tod starb Keating an den Folgen des Kontakts mit einem giftigen Material, dem er während seiner Berichterstattung über den 11. September 2001 am Ground Zero für Monate ausgesetzt war.
Ulrich Rüter
Alle Bilder auf dieser Seite: © Edward Keating/Contact Press Images

The Americans / Life Dances On+-

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Der Verlag Aperture ehrt den Fotografen nun mit einer Neuausgabe des Bildbandes The Americans, und auch das New Yorker Museum of Modern Art feiert sein vielschichtiges Werk in der großen Ausstellung Life Dances On: Robert Frank in Dialogue, bei der selten beachtete Einblicke in die interdisziplinäre Arbeit des Fotografen ermöglicht und sein lebenslanges Interesse an experimentellen Formaten gezeigt werden.

Be Happy+-

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Das Museum Folkwang zeigt noch bis zum 5. Januar 2025 in der Präsentation Be Happy 34 Fotografien von Robert Frank und ausgewählte Dokumente zur Sammlungs- und Ausstellungsgeschichte.

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Dodo portrait
© Dodo Jin Ming

Am 9. November 1924 in Zürich geboren, ab 1941 fotografische Ausbildung. 1947 Umzug nach New York City, dort für verschiedene Magazine tätig. Mit Hilfe eines Guggenheim-Stipendiums Verwirklichung von The Americans, 1958 in Paris im Verlag Delpire, 1959 in den USA bei Grove Press (mit einem Einleitungstext von Jack Kerouac) erschienen. 1950 Heirat mit der Künstlerin Mary Lockspeiser (*1933), zwei Kinder: Pablo (1951–1994) und Andrea (1954–1974). 1975 Heirat mit der Künstlerin June Leaf (1929–2024).Ab Ende der 1950er-Jahre zahlreiche Dokumentar- und Independentfilme. Am 9. September 2019 in Iverness, Kanada, verstorben. Sein Werk wird von der June Leaf and Robert Frank Foundation vertreten. Mehr

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