PhotoBrussels: eine Stadt als Leinwand

28. Januar 2025

Kosmopolitisch, kreativ und zutiefst menschlich – so präsentiert sich die belgische Hauptstadt beim PhotoBrussels Festival.
Vom 23. Januar bis zum 23. Februar 2025 verwandelt sich Brüssel in eine große Ausstellungsfläche. Im Fokus stehen dabei besonders aktuelle fotografische Positionen und Themen wie der Umgang mit künstlicher Intelligenz. Letztes Jahr schlenderten mehr als 100 000 Fotografiebegeisterte durch Brüssels Straßen. Die Gründerin des Festivals, Delphine Dumont, teilt ihre Highlights der neunten Ausgabe des Festivals.

LFI: Bitte erzählen Sie uns etwas über sich.
Delphine Dumont: Ich bin Delphine Dumont, Gründerin des PhotoBrussels Festivals. Seit acht Jahren leite ich außerdem das Fotokunstzentrum Hangar in Brüssel, das sich der Präsentation zeitgenössischer Fotografie widmet. Zuvor war ich in Medien- und Kommunikationsagenturen tätig.

Können Sie uns ein paar Informationen über das Festival geben?
Einen Monat lang steht Brüssel im Zeichen der Bilder. Mit dem PhotoBrussels Festival wollen wir einen Treffpunkt für Fotografiebegeisterte, Fotografinnen, Fotografen und Fachleute bieten. Seit 2022, als wir die gemeinnützige Organisation Photo, Art & Culture (PAC ASBL) gründeten und in diesem Zuge auch ein Koordinationsausschuss entstand, konnten wir eine breitere Öffentlichkeit erreichen. PhotoBrussels hat sich inzwischen zu einer Pflichtveranstaltung für Fotografie in Brüssel entwickelt. Die neunte Ausgabe des Festivals findet vom 23. Januar bis 23. Februar statt. PhotoBrussels ist auch ein Teil des European Month of Photography (EMOP), eines Netzwerks von Fotofestivals aus verschiedenen europäischen Städten wie Berlin, Paris, Wien und Lissabon.

Was war die ursprüngliche Motivation für die Gründung des Festivals?
Wir wollen Brüssels facettenreiche Identität als pulsierende europäische Hauptstadt feiern. Das Festival soll die Stadt in eine dynamische Leinwand für künstlerische Erkundungen verwandeln und sowohl den Bewohnerinnen und Bewohnern als auch den Besuchenden eine einzigartige Gelegenheit bieten, sich mit zeitgenössischer Fotografie zu beschäftigen. Es ist viel mehr als nur ein kulturelles Ereignis; es ist ein lebendiges Fest der Fotografie, das die Leute einlädt, die Vielfalt und den Reichtum des zeitgenössischen Schaffens zu entdecken, zu erforschen und sich von den Exponaten überraschen zu lassen.

Was zeichnet das Festival und sein Programm aus?
Für einen Monat verwandelt sich die gesamte Stadt in eine Leinwand für Fotografie. Das ist eine unglaubliche Erfahrung. Das Festival erstreckt sich über die traditionellen Ausstellungsräume, indem es Galerien, Kunstzentren, Institutionen aber auch private Orte (als Home Galleries) einbezieht und die Kunst so für alle zugänglich macht. Die Stärke des Festivals liegt in der Fähigkeit, zeitgenössische Fotografie in all ihren Formen zu präsentieren und dabei sowohl lokale als auch internationale Talente hervorzuheben. Das PhotoBrussels hat außerdem Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen zusammengebracht, die sich sonst vielleicht nie getroffen hätten und nun auch über das Festival hinaus in Kontakt stehen. Das Gemeinschaftsgefühl während des Festivals beeindruckt mich sehr und macht mich stolz.

Wie hat sich das Festival im Laufe der Jahre verändert?
Vor allem der Umfang des Festivals hat sich vergrößert: Hunderte von Fotografinnen und Fotografen stellen ihre Werke an den unterschiedlichsten Orten in der ganzen Stadt aus.

Können Sie uns ein besonderes Highlight der diesjährigen Veranstaltung nennen? 
Ein Highlight ist auf jeden Fall die Ausstellung AImagine – Photography and Generative Images im Fotokunstzentrum Hangar. Es ist die erste Ausstellung in Belgien, die sich auf die Überschneidung von künstlicher Intelligenz (KI) und Fotografie konzentriert. Dabei handelt es sich um eine kollektive Ausstellung, in der 18 Künstlerinnen und Künstler historische Ereignisse, Figuren oder ikonische Momente der jüngeren Geschichte mittels KI wieder aufleben lassen und neu imaginieren. Diese überaus spannende Ausstellung untersucht die Grenzen der KI in der Fotografie – in einer Zeit, in der Kunst und Technologie die Grenzen zwischen Fiktion und Realität verwischen.

Welche Pläne und Visionen haben Sie für die Zukunft des Festivals?
Das Festival hat sich bereits als Schlüsselereignis in der belgischen Kunstszene etabliert, aber ich sehe durchaus das Potenzial, den globalen Einfluss zu erweitern. Indem wir mehr internationale Fotografen, Kuratorinnen und Kunstschaffende einladen, könnte PhotoBrussels zu einem Dreh- und Angelpunkt für die internationale Fotografieszene werden und mehr kulturübergreifenden Austausch, Kooperationen und Veranstaltungen schaffen. Dies ist etwas, das wir insbesondere in der zehnten Ausgabe des Festivals anstreben. Die Vorbereitungen für 2026 starten ja bereits bald.
Pauline Knappschneider

Delphine Dumont+-

Delphine Dumont

Nach 20 Jahren in der Unternehmenskommunikation und im Medienbereich in Frankreich kam Delphine Dumont vor 20 Jahren nach Brüssel, wo sie eine neue Kommunikationsagentur gründete und gleichzeitig die Restaurierung eines Jugendstilhotels, des Hôtel Ciamberlani, überwachte. Als Liebhaberin und Sammlerin der zeitgenössischen Kunst und insbesondere der Fotografie, gründete sie 2015 das PhotoBrussels Festival. Im Juli 2016 übernahm sie die Leitung des Hangar, eines lebendigen und experimentellen Kunstzentrums für Fotografie. Sie ist sowohl Verwalterin des Ortes als auch Co-Kuratorin der Ausstellungen, die dort organisiert werden.

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