Modern, frei und einfühlsam

3. April 2026

Vom 3. April bis zum 24. Mai 2026 präsentiert die photobastei Zürich die Ausstellung Ruth Orkin – A Photo Spirit.
Alltägliche Szenen, Stadtansichten, Porträts: Ruth Orkins Fotografien erzählen viele Geschichten: Vom aufstrebenden Amerika der Nachkriegszeit, von der Lebenseinstellung einer Gesellschaft im Aufschwung und von Frauen, die neue Rollen jenseits von Hausfrau und Mutter erobern. Ihr humorvoller und doch ernster Blick auf die Welt zeigt sich in den Details der Bilder, in ihrem Sinn für Bewegung, Timing und Komposition. 

Ruth Orkin (1921–1985) begann im Alter von zehn Jahren zu fotografieren. 1939 schuf sie ihr erstes großes fotografisches Werk. Mit 17 Jahren durchquerte sie die USA mit dem Fahrrad und der Kamera, einmal von L.A. nach New York zur Weltausstellung. Dort zog sie dann 1943 auch hin. Mit der Veröffentlichung eines Fotos im Star Magazin begann 1945 ihre Karriere als freiberufliche Fotografin. Orkin wurde 1951 vom Life Magazin beauftragt, nach Israel zu reisen. Sie dokumentierte das junge Land sowie das Leben im Kibbuz. Diese Reise war eine ihrer wichtigsten persönlichen Erfahrungen.Eines ihrer berühmtesten Bilder ist die Fotografie American Girl in Italy. Für das Foto porträtierte sie ihre Reisebekanntschaft Ninalee Craig (Jinx Allen), umgeben von Männern in Florenz im Jahr 1951. Jinx wurde ihre Freundin und Muse und inspirierte sie zu einer ganzen Serie, die mit ironischem Blick zeigt, wie es war, als Frau in den 1950er-Jahren allein zu reisen. 

Während ihres gesamten Lebens und Schaffens hat Ruth Orkin die Erwartungen der Gesellschaft erlebt, reflektiert und unterlaufen. Ihre Fotografien sind moderne, freie und einfühlsame Kommentare zu diesen Zeiten. Die Ausstellung in der photobastei Zürich wurde von Katharina Mouratidi f3 - freiraum für fotografie in Berlin kuratiert.
Katrin Ullmann
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Modern, frei und einfühlsam