Ausgezeichnet

22. Juli 2025

Der 19. Foam Paul Huf Award geht an die Magnum-Fotografin Myriam Boulos.
Myriam Boulos, 1992 in Libanon geboren, erhält ein Preisgeld von 20.000 Euro und eine Einzelausstellung bei Foam Amsterdam im Jahr 2026. Boulos erhebt die persönliche Suche in ihrem Heimatland Libanon vor dem Hintergrund von Krieg und politischen Konflikten immer wieder zu etwas, das universelle Resonanz findet. Ihre Arbeit zeigt, wie Menschen, die außerhalb der herrschenden Normen leben, es dennoch schaffen, sich in einem sozialen System wiederzufinden, das sie eigentlich unsichtbar machen würde. Als Preisträgerin repräsentiert sie eine neue Generation visueller Geschichtenerzähler, die verstehen, dass das Politische zutiefst persönlich ist – und dass die Fotografie weit davon entfernt ist, ein neutraler Beobachter zu sein; sie ist ein vitales, gelebtes Werkzeug für Widerstand, Reflexion und die sichtbare Einforderung des Rechts auf Existenz in allen Formen der Identität.
 
Eine fünfköpfige Jury aus Branchenexperten prüfte die Einsendungen von 95 Künstlerinnen und Künstlern, die von 24 internationalen Nominatoren vorgeschlagen worden waren. Myriam Boulos wurde von Munem Wasif (Künstler, Kurator des Chobimela International Festival of Photography und Pädagoge aus Bangladesch) und Lea Vene (Kulturanthropologin und Kuratorin bei Organ Vida, Kroatien) nominiert. Boulos ist die erste Künstlerin aus dem Nahen Osten, der den Foam Paul Huf Award erhält. Auf der diesjährigen Shortlist waren neben Myriam Boulos folgende Künstleren vertreten: Muhammad Salah Abdulaziz, Soumya Sankar Bose, Nanna Heitman, Amina Kadous und Zora J Murff.
Katrin Ullmann
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