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11.11.2021

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„Fotograf zu sein, ist die einfachste Sache der Welt – man muss nur auf den Knopf drücken. Aber das Schwierigste ist, ein Bild zu machen, das man sich lange ansehen kann“, formulierte Gibson einmal seine künstlerische und fotografische Herausforderung. In den sechs letzten Jahrzehnten ist ihm die Lösung dieser Aufgabe immer wieder glänzend gelungen, wovon man sich seit letzter Woche auch in der Leica Galerie Wetzlar eindrücklich überzeugen kann. Für sein Lebenswerk wurde der Fotograf im Rahmen der Celebration of Photography mit dem Leica Hall of Fame Award ausgezeichnet, und eine umfangreiche Ausstellung ist nun bis Ende Februar zu sehen.

„Ob geheimnisvoll-emotional oder klar erkennbar, ob analog oder digital, ob schwarzweiß oder seltener auch in Farbe: Ohne Zweifel hat Ralph Gibson ein vielschichtiges und berührendes Lebenswerk geschaffen, für das wir ihn nur allzu gern mit dem Leica Hall of Fame Award auszeichnen“, so Karin Rehn-Kaufmann, Art Director und Generalbevollmächtigte Leica Galerien International, die ihn und sein Werk während der feierlichen Veranstaltung Celebration of Photography auf der Bühne der Leica Galerie Wetzlar den Gästen des Abendevents vorstellte.

Am Tag der Preisverleihung war Gibson nicht nur während der Pressekonferenz ein unterhaltsamer Gast, sondern er wusste auch am Abend und vor allem am Folgetag während des Talks mit dem Fotografen und Filmemacher Ted Forbes viele Geschichten aus seinem Leben zu erzählen. Ein ausführliches Porträt ist anlässlich der Leica Hall of Fame Awards mit Ralph Gibson produziert worden.

Lange blieb Gibson ein Verfechter der analogen Fototechnik, aber der Gebrauch einer Leica Monochrom veränderte 2013 seine Haltung. Schon nach den ersten Aufnahmen erkannte er das Potenzial digitaler Aufnahmetechniken, und so gelang ihm mühelos der Wechsel von der Dunkelkammer zur digitalen Bildsprache. Seine Vision blieb dabei stets gleich. Viele Motive sind heute längst fotografische Bildikonen. Seine klaren, grafisch perfekt gestalteten Aufnahmen, mit denen er oft sehr nah an die Objekte herangeht, sind stets sofort wiedererkennbar. Sie wirken abstrakt, ohne jedoch den Bezug zur Realität ganz aufzugeben. Neben präzisen Objektstudien, surreal anmutenden Kompositionen, aber auch spontan wirkenden Straßenszenen gehören nicht zuletzt auch exquisite Aktaufnahmen zum wiederkehrenden Repertoire Gibsons.

Ein umfangreiches Portfolio und ein Interview mit Ralph Gibson ist auch in der aktuellen LFI-Ausgabe 8/2021 zu finden.
Ralph Gibson in seiner Ausstellung in der Leica Galerie Wetzlar
Ralph Gibson im Gespräch mit Ted Forbes, Leica Galerie Wetzlar, 5.11.2021
Emile Ducke, LOBA-Newcomer 2021; Ana María Arévalo Gosen, LOBA-Gewinnerin 2021; Karin Rehn-Kaufmann und Ralph Gibson, Wetzlar 4.11.2021
Aus der Serie „Quadrants", 1975
Aus der Serie „Mono", 2013
Aus der Serie „Chiaroscuro", 1972
© Leica Camera

Ralph Gibson

Ralph Gibson, geboren am 16. Januar 1939 in Los Angeles, erlernte die Fotografie bei der US Navy und von 1960 bis ’62 am San Francisco Art Institute. Er war als Assistent bei Dorothea Lange und Robert Frank tätig. Gibson ist in den wichtigsten Sammlungen und Museumskollektionen vertreten, wurde international ausgestellt und vielfach ausgezeichnet, darunter 1988 mit der Leica Medal of Excellence und 2018 mit dem französischen Verdienstorden L’ordre national de la Légion d’honneur. Er lebt in New York.

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