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PORTFOLIO

02.08.2018

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Die bewegte Geschichte der USA hat im Laufe der Zeit etliche symbolträchtige Bilder produziert. Die Serie American Icons des Schweizer Fotografen Paolo Burlando greift diese Ikonografie auf und ist gleichzeitig Verbeugung, Versinnbildlichung und kritische Beobachtung des American Way of Life.


Worauf möchten Sie mit ihrer Fotostrecke American Icons aufmerksam machen? Gab es konkrete Zielsetzungen?

Das Projekt American Icons entstand und wuchs fast zufällig. 2010 besuchte ich die USA als Teil meines Sabbatical Leave als Universitätsprofessor. Meine M9 und M6 begleiteten mich und halfen mir, das Leben in diesem riesigen und vielfältigen Land zu erkunden. Anfangs hatte ich keine konkreten Ziele, aber mit der Zeit und einer erneuten Reise in die USA kam ich zu der Überzeugung, dass vermutlich in keinem Land der Welt Ikonen präsenter sind als dort. Diese ikonische Natur ist zeitlos, bleibt durch die Jahre unverändert und spiegelt eine Art genetischen Abdruck wider.


Welche Bedeutung haben die USA für Sie persönlich? Welche Emotionen haben die Erkundungen bei Ihnen ausgelöst?

Als Jugendlicher und als junger Akademiker waren die USA für mich noch ein Land der Träume und Freiheit, wo Forschung auf höchstem Niveau möglich war. Mit der Zeit konnte ich dieses Land besser kennenlernen und entdeckte mehr und mehr die Komplexität der Gesellschaft. Die American Icons sind zeitlose Elemente, welche die Identität des Landes von den 50er-Jahren bis heute erklären.

Die Fotos rufen Emotionen durch die Repräsentation der wunderschönen Natur- und Stadtlandschaften hervor; Bilder von intensivem und tiefgründigem Patriotismus, der oft mit Kriegen verbunden ist, aber auch die Größe der Nation feiert; Bilder des amerikanischen Traums einer auf Chancengleichheit basierenden Gesellschaft, in der jedoch noch viele Rassenwidersprüche und ideologische Konflikte bestehen, wiederum auch Bilder von sogenannten Landmarks – Marken, Gebäude oder Institutionen, die jeder Mensch auf der Erde erkennen und nennen kann; Bilder von einem eifrigen Stadtleben, welches jedoch zu oft zu einer Wettbewerbsgesellschaft und dramatischer Einsamkeit der Individuen führt.


Es gibt bereits unzählige Bilderstrecken, die sich mit den USA befassen. Denken Sie, dass das Land bereits komplett „erforscht“ ist - oder gibt es noch Orte, die unter dem Radar von Reisenden und Einheimischen liegen?

Es stimmt, man könnte denken, dass alle Aspekte der USA festgehalten worden sind. Das Land ist jedoch extrem dynamisch und gleichzeitig in einigen zeitlosen Werten verankert, dass es ein fast unendliches Reservoir an fotografischer Inspiration ist. Die Schwierigkeit liegt in der Fähigkeit, neue Perspektiven zu erkennen, die andere noch nicht erforscht haben.

Die USA waren fortwährend eine Pioniergesellschaft, im Guten sowie im Schlechten, und werden Dokumentarfotografen auch weiterhin neue Möglichkeiten bieten. In diesem Sinne hoffe ich, dass die Sammlung American Icons einen unkonventionellen Beobachtungspunkt der ansonsten überfotografierten amerikanischen Gesellschaft bietet.


Welche Ausrüstung haben Sie benutzt?

Die ganze Serie habe ich mit Leica-Kameras - M6, M9 und M262 - und Leica-Objektiven – zumeist dem 35er- und 50er-Summicron - festgehalten. M-Leicas sind für mich die ideale Ausrüstung: Sie sind leicht, relativ klein, unauffällig, zuverlässig und erlauben dem Fotografen, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren.

Dokumentar- und Street Photography erfordern kontinuierliche Aufmerksamkeit und schnelle Reaktion, zwei Bereiche, in denen M-Leicas einem Fotografen hervorragende Leistungen ermöglichen. Gleichzeitig erlauben sie aber auch die volle Kontrolle über die Komposition und die technischen Aspekte des Bildes. Die Eigenschaften der Leica-Objektive verleihen den Bildern eine besondere Persönlichkeit und die hohe Lichtempfindlichkeit hilft bei lichtarmen Situationen.


Sie nehmen bevorzugt in Schwarzweiß auf. Haben Sie eine besondere Verbindung zu dieser Art von Fotografie?

Schwarzweißfotografie ist das Medium, das die meisten Fotografen, die meine fotografische Vision geprägt haben, verwendeten. Ich bin mit Büchern und Ausstellungen von Cartier-Bresson bis Erwitt, von Bischof bis Frank - nur um einige zu nennen - aufgewachsen. Wenn ich jetzt durch den Messsucher schaue, nehmen meine Augen die Szene bereits in Schwarzweiß wahr. Außerdem habe ich das Gefühl, dass Schwarzweißfotografie keiner Entzifferung bedarf, sondern dem Betrachter erlaubt, seine eigene Lesart aufzubauen – sei es die Wertschätzung der Ästhetik des Bildes oder die Emotion und Botschaft, die das Bild vermittelt.

Schließlich ist die Schwarzweißfotografie auch herausfordernder und verzeiht weniger Fehler: Sie erfordert eine sorgfältige Komposition und Verwendung von Licht sowie die kreative Verwendung von unscharfen und geometrischen Elementen, was den Fotografen dazu zwingt, präzise und selektiv zu arbeiten.

Alle Bilder auf dieser Seite © Paolo Burlando
Ausrüstung: Leica M6, M9, M262 mit Summicron-M 1:2/35 und 50 mm
© Tiziana Sambolino Burlando

Paolo Burlando

Geboren 1960, begann er als 17-Jähriger zu fotografieren. Nachdem er viele Jahre als Universitätsprofessor lehrte, ist er zu einem begeisterten Entdecker des sich vor der Kamera entfaltenden Lebens geworden. Heute beschäftigt ihn die Fotografie jede freie Sekunde. Ziel seiner ruhigen und diskreten Aufnahmen ist die Darstellung des gesellschaftlichen Lebens, ohne dabei den Respekt der Menschen zu verlieren. Derzeit arbeitet Burlando an einigen Langzeitprojekten.

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