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PORTFOLIO

12.03.2020

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Der Fotograf Dominique Laugé berichtet von seinen Erlebnissen in China – ein Land, das von einer komplexen Beziehung zwischen jahrhundertealten Traditionen und rasant wachsendem Fortschritt geprägt ist.

Erzählen Sie uns bitte ein wenig über die „Belt and Road“-Initiative.

Dieses gigantische Projekt, das 2013 von Präsident Xi Jinping ins Leben gerufen wurde, zielt zum einen darauf ab, Landrouten („Belts“) zu schaffen, die China und Europa über Zentralasien verbinden, und zum anderen Seewege („Roads“), die China mit Ostafrika und den Mittelmeerhäfen verbinden. Die Initiative war der Ausgangspunkt für große Veränderungen in China selbst. Trockendocks und Eisenbahnknotenpunkte werden gebaut, neue Autobahnen sind im Bau, und die internen Flugverbindungen wachsen so schnell, dass in jeder entlegenen Ecke Chinas Flughäfen entstehen.

Wie hat Ihr Projekt begonnen und wie hat es sich im Laufe der Zeit entwickelt?

Das Jahr 2017 war der Vorbereitung der Reise gewidmet, wobei die CPAFFC (Chinesische Vereinigung für Freundschaften mit dem Ausland) wertvolle Hilfe leistete und die Logistik für meine Reise zur Verfügung stellte. Im Sommer 2018 reisten wir schließlich durch das ganze Land, von der Grenze zu Kasachstan bis nach Hongkong. Der rote Faden bestand darin, jeden Ort, an dem Menschen sich treffen und austauschen, in Bilder zu übersetzen: physische und symbolische Brücken, Bahn- und Busbahnhöfe, Binnen- und Seehäfen, Flughäfen, Verwaltungen und Unternehmen. Von den Helanshan-Petroglyphen bis zur Wuhan-Straßenkunst, von der traditionellen Teezeremonie in Longjing bis zu den globalen Restaurants in Yiwu, von der traditionellen Medizin in Hangzhou bis zu Robotern, die Pathologien in den intelligenten Städten Yinchuans analysieren, hatte ich die einzigartige Gelegenheit, ein Land im Wandel zu fotografieren, das der westlichen Öffentlichkeit oftmals unbekannt ist.

Was war Ihr fotografischer Ansatz?

Es gibt viele verschiedene Arten, ein Land zu betrachten. Meine Herangehensweise ist eher die eines Wanderers als die eines Fotojournalisten. Mein Ziel ist es, dem Betrachter den komplexen Code des Alltagslebens in einer fremden Welt näher zu bringen. Dieser delikate und oft missverstandene Versuch, eine Gesellschaft zu zeigen, ohne ihre Realität zu beurteilen oder einen konzeptuellen Schirm auf ihre Realität anzuwenden, ist der Kern meiner Arbeit.  

Was haben Sie auf Ihrer fotografischen Reise durch China gelernt?

Ich habe eine recht lange Beziehung zu China, da mein Bruder seit vielen Jahren in Hongkong lebt. Ich habe zahlreiche Reisen dorthin unternommen, beginnend im Jahr 2012 mit einer ersten Reise in die Taklamakan-Wüste in der Provinz Xinjiang. Sie führte mich in das Herz eines schnell wachsenden Landes, das den Ehrgeiz hat, die erste Wirtschaftsmacht der Welt zu werden. Als Fotograf ist es eine Herausforderung, die komplexe Beziehung zwischen uralten Traditionen und einer modernen, globalisierten, schnelllebigen Gesellschaft zu zeigen. Wie mein Freund Alain Jouffray sagen würde:  „In China ist die Vergangenheit lebendig und die Zukunft ist jetzt.“ Ich habe mittlerweile Freunde im ganzen Land, von denen viele bei Teilen des Projekts mitgeholfen haben. Ich bin jedem einzelnen dankbar und wünsche ihnen das Beste.

italic:Interview: Danilo Rößger
Alle Bilder auf dieser Seite: © Dominique Laugé
Ausrüstung: Leica SL mit Super-Vario Elmar-SL 1:3.5–4.5/16–35 Asph, Vario-Elmarit-SL 1:2.8–4/24–90 Asph, Apo-Vario-Elmarit-SL 1:2.8–4/90–280 und Apo-Summicron-SL 1:2/75 Asph$
© Alain Jouffray

Dominique Laugé

Dominique Laugé wurde 1958 in La Rochelle geboren und studierte Literatur an der Universität von Bordeaux. Zwischen 1982 und 1984 besuchte er Kurse am Brooks Institute of Photography in Santa Barbara, Kalifornien, wo er auch das Zonensystem unter Bob Werling und Ansel Adams studierte. Ab 1985 arbeitete er als professioneller Fotograf. Im Jahr 1986 zog er nach Mailand, wo er bis 2005, dem Jahr seiner Rückkehr nach Frankreich, blieb. Heute arbeitet er an vielen redaktionellen Projekten und produziert Bilder für Ausstellungen in ganz Europa. Seit 2010 organisiert er unter dem Vorsitz von Maryvonne de Saint Pulgent den Internationalen Fotografie-Residenz-Preis der Fondation des Treilles. Er lebt zwischen Paris, Gaillac und Mailand.

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