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BEHIND THE SCENES

27.02.2015

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In der LFI 2/2015 präsentieren Fotograf Lorenzo Tugnoli und Autorin Francesca Recchia ihren Blick auf Afghanistan. Während das Bild des Landes von Krieg und Zerstörung dominiert wird, haben die beiden anderes im Blick. In The Little Book of Kabul konzentrieren sie sich auf die kreative Szene der afghanischen Hauptstadt und erweitern damit das Bild ausländischer Berichterstattung, die das hiesige Leben oft ausschließlich als Überlebenskampf darstellt.

Das Buch ist im Selbstverlag mit 500 signierten und nummerierten Exemplaren erschienen. Auf 201 Seiten enthält das Werk 20 Kurzgeschichten und 47 Schwarzweißfotografien. Weitere Informationen finden Sie unter littlebookofkabul.wordpress.com.
Das Bild entstand Mitte November 2012. Wir begleiteten die Band Kabul Dreams während der Aufnahmen zu ihrem ersten Album Plastic Words. Das kleine Studio liegt im Hinterhof des Restaurants The Venue in Kabul. Da sie tagsüber ihren gewöhnlichen Jobs nachgehen müssen, um über die Runden zu kommen, bleiben ihnen für Proben nur die Abende. Während dieser Nacht saß Sulyman, der Sänger und Gitarrist am Computer und hörte sich zum wiederholten Male einen Song an, den die Band gerade aufgenommen hatte. Siddique, der Bassist, stand neben ihm. Wieder und wieder hörten sie sich das Lied an, Stück für Stück perfektionierten sie jedes noch so kleine Detail. Wir trauten uns kaum noch zu atmen, um sie nicht in ihrer Konzentration zu stören. Der Raum war wirklich winzig, aber wir hatten bereits so viel Zeit mit der Band verbracht, dass sie sich an unsere Anwesenheit gewöhnt hatten.
Das Bild ist Ende 2012 entstanden. Wir begleiteten den Bau des palastähnlichen Hauses von Rahim Walizada. Als Innenarchitekt und Designer für traditionelle Webkunst verbindet er für gewöhnlich moderne und traditionelle Elemente in seiner Arbeit, so auch bei dem Bau seines Hauses. Vier Männer waren nötig, um die schwere Tür im traditionellen Stil der Nuristani von seinem Haus zu einer weiteren Baustelle zu transportieren, wo Rahim ein neues Restaurant baut. Die alte und liebevoll verzierte Tür ist aus massivem Holz gefertigt und unglaublich schwer. Ursprünglich wollte Rahim die Tür für sein Haus haben, aber dann fand er, dass sie sich doch besser als Haupteingang zu seinem neuen Restaurant machen würde. Ein solches Vorgehen ist typisch für ihn, er baut, reisst ab, baut wieder auf und reisst wieder ab, so lange, bis er hundertprozentig mit seinem Ergebnis zufrieden ist.

Lorenzo Tugnoli

1979 in Italien geboren, arbeitet Tugnoli heute in Afghanistan. Seine Arbeiten erschienen unter anderem in der Washington Post, dem Wall Street Journal, Le Monde und Der Spiegel. Seit 2010 arbeitet er vor allem an Fotoprojekten für Entwicklungsorganisationen in Afghanistan sowie für die Uno und das Auswärtige Amt.

www.lorenzotugnoli.com

Francesca Recchia

Freie Autorin und Forscherin. Ihr Fokus liegt auf der geopolitischen Dimension kultureller Prozesse und dem kreativen Schaffen in Krisengebieten. Bücher: Picnic in a Minefield (Paperback, 2014) und Devices for Political Action (dpr-barcelona, 2014).
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