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PORTFOLIO

18.10.2018

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Das Auge Istanbuls hat sich für immer geschlossen. Der legendäre und bedeutende türkisch-armenische Fotograf ist nach langer Krankheit am Mittwochabend im Alter von 90 Jahren verstorben.

Nicht ohne Grund trug er zahlreiche Ehrentitel, die seine Verbundenheit mit seinem Land und seiner Heimatstadt bezeugen, denn Güler hat in über sechs Jahrzehnten unvergessliche Aufnahmen der türkischen Metropole Istanbul geschaffen. In seinen Schwarzweißmotiven spiegelt sich die Liebe und Vertrautheit zu seiner Heimatstadt wider, in der er 1928 im Stadtteil Taksim als Sohn eines angesehenen Apothekers armenischer Abstammung geboren wurde. Nach dem Studium der Wirtschaftswissenschaft entschied sich Güler für eine Karriere als Bildjournalist. Mit seiner Leica fotografierte er auf der ganzen Welt, denn er wollte sich nie nur als Chronist der türkischen Großstadt verstanden wissen: „Die Menschen nennen mich einen Fotografen Istanbuls, doch ich bin ein Weltbürger. Ich bin ein Fotograf der Welt.“

Seine lange Karriere begann bei türkischen Magazinen, schnell war er auch weltweit gefragt. Er kooperierte mit der Bildagentur Magnum, gestaltete viele Reportagen und Auftragsarbeiten für internationale Magazine, porträtierte zahllose Maler, Schauspieler, Musiker und prominente Zeitgenossen – doch Istanbul blieb seine wahre Leidenschaft, ein unerschöpfliches Reservoir für immer neue Bildentdeckungen. Wie kein anderer begleitete er die rasanten Umbrüche, in denen sich die uralte Stadt zur modernen Metropole wandelte. Sein humanistisch geprägter Blick galt auch hier vor allem den Menschen, ihrem Alltag im fortwährenden Trubel der kleinen Gassen, im Hafengewirr aus Booten und Fähren. In seinem atmosphärisch dichten Werk bleiben seine Eindrücke unterschiedlicher Orte, Menschen und Geschichten bewahrt:

„Ein guter Fotograf muss die Menschen lieben. Als ein Fotograf der Menschen möchte ich ihre Freuden, Dramen, ihre Art zu leben, alles was zum Menschen gehört, aufnehmen. Fotografie ist ein Mittel der Aufzeichnung, sie muss erzählen und du musst etwas daraus schließen können. Das macht Fotografie attraktiv.“

Erst im letzten Jahr wurde in Istanbul ein nach Ara Güler benanntes Museum eröffnet. 2016 wurde der herausragende Fotograf mit dem Leica Hall of Fame Award für sein Lebenswerk ausgezeichnet und mit einer umfassenden Ausstellung im Rahmen der Photokina 2016 in der Leica Galerie Masters of Photography geehrt.

Bereits 1962 stellte die LFI Ara Güler als Meister der Leica vor, 2015 war er in der LFI-Ausgabe 1 der Leica Klassiker und 2016 widmete LFI ihm in Ausgabe 2 ein umfangreiches Portfolio. (Ulrich Rüter)
© Ara Güler
Golden Horn, im Hintergrund die Süleymaniye-Moschee, Istanbul, 1962 © Ara Güler
Spielende Kinder in Tophane, Istanbul, 1986 © Ara Güler
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