PHOTO STORIES

29.10.2014

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„Die Kubaner sind zu Recht stolz auf ihre außergewöhnliche Box-Tradition. In Havanna kann man alle paar Straßen kleine improvisierte Box-Stadien finden, in denen erfahrene Boxer meist ehrenamtlich ihr Wissen an die nächste Generation weitergeben.

Ein guter Freund von mir ist José Gomez Mustelier, kubanischer Olympiagewinner im Boxen von 1980. Mit seiner Unterstützung erhielt ich die Erlaubnis, in den Katakomben der berühmten Kid Chocolate Hall zu fotografieren. Das Boxstadion in der Hauptstadt Havanna ist nach dem ersten kubanischen Boxweltmeister benannt und neben Trainingsstätte für den ambitionierten Nachwuchs Austragungsort wöchentlicher Wettkämpfe.

Die Atmosphäre in den Katakomben war beeindruckend - eine außergewöhnliche Erfahrung, diese unglaublich trainierten und pfeilschnellen Athleten direkt vor sich zu sehen. Trotz der vermeintlichen Aggressivität des Sports gingen die Boxer friedlich, entspannt und freundlich mit mir um. Nur wenn sie wenige Minuten später in den Ring steigen mussten, schotteten sie sich ab, um sich gedanklich voll auf den bevorstehenden Kampf zu konzentrieren.

Wie immer fotografierte ich mit meinem 35er, hier im Boxclub kam ich damit den Sportlern teilweise beunruhigend nahe – mehr als einmal flogen ihre Fäuste nur Zentimeter an meiner Kamera und meinem Kopf vorbei.“

Johannes Barthelmes

1953 in Speyer, Deutschland geboren, studierte Barthelmes an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Graz, Österreich mit dem Hauptfach Saxophon. 1989 gewann er den Jazzpreis des SWF, 1994 und 1998 den Preis der deutschen Schallplattenkritik. Seit 1998 widmete sich Barthelmes ganz der Fotografie – seine Bilder wurden bereits weltweit ausgestellt. Thematischer Schwerpunkt seiner Arbeiten sind Kuba und das Leben auf der sozialistischen Karibikinsel.

www.johannes-barthelmes.net
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