INTERVIEW

05.12.2016

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Für seine Filme ist Sander Houtkruijer immer auf der Suche nach neuen kreativen Ansätzen. Im Video zu dem Song Don Juan Enterprise von Kid Simius setzt er auf Einzelbilder und das Summicron-M 1:2/35 mm Asph. Im Interview berichtet Houtkruijer, wie er auf diese Idee gekommen ist und warum auch die Leica Q eine gute Kamera für diese Technik wäre.


Welche Überlegungen stehen hinter dem Video zu Don Juan Enterprise?

Als Filmemacher arbeitest man immer mit einer Crew, ein Film ist immer eine Teamanstrengung und das ist großartig. Aber mich reizte es, ein Projekt von Anfang bis Ende allein zu realisieren, um spontan neue Dinge ausprobieren und um experimenteller arbeiten zu können. Dann hatte ich die Idee, eine Fotokamera zu verwenden und im Serienmodus kleine, sich wiederholende Szenen zu fotografieren. Mich faszinieren repetitive Videos, Gifs und Vines schon seit Längerem. Das Video war ein Versuch und deshalb habe ich mich für eine visuell äußerst reizvolle Location entschieden.


Und wo befand sich diese Location?

Im Lotte World Aquarium in Seoul. Der riesige Hallenkomplex Lotte World ist der größte Indoor-Freizeitpark der Welt. Da ich meine Kamera immer dabei hatte, konnte ich ein paar Szenen für das Video aber auch spontan an verschiedenen Orten in Seoul schießen.


Gab es Überraschungen beim Dreh?

Die größte Überraschung kam erst danach in der Postproduktion. Wegen der höheren Auflösung als bei Videomaterial war es für mich absolut neu mit der Qualität von Einzelbildern zu arbeiten. Sie sind deutlich feiner und das schafft direkt eine besondere Stimmung.


Würden Sie ein solchen Projekt noch einmal machen? Und mit welchem Equipment?

Ja, definitiv! Ich will unbedingt öfter mit dieser Technik arbeiten. Ich denke, es ist eine geeignete Form, um neue Wege beim Erzählen einer Geschichte zu gehen – etwas, das ich bei diesem Video noch nicht wirklich getan habe. Mit zehn Bildern pro Sekunde wäre die Leica Q eine großartige Kamera für diese Technik!


Das Video verbindet Elemente von Film und Fotografie. Sie sind in erster Linie Filmemacher. Welchen Einfluss hat die Fotografie auf Ihre Arbeit?

Ich denke stets in Bewegungen und Strukturen, mein größter Einfluss kommt also definitiv vom Film,. Ich schätze Regisseure wie Claire Denis oder Leos Carax. Aber da ich als Maler begonnen habe, hbe ich auch einen bezug zu Einzelbildern. Der Künstler Michael Borremans hat mich zu Beispiel besonders beeinflusst. In der Fotografie sind es vor allem die Arbeiten von Philip-Lorca diCorcia, die mich beeindruckt haben.

Sander Houtkruijer

Der Holländer Sander Houtkruijer arbeitet als Filmemacher und Videokünstler in Berlin. 2012 machte er dort seinen Abschluss an der Universität der Künste. Ursprünglich vor allem im künstlerischen Bereich tätig, arbeitete er in den letzten Jahren vermehrt als Regisseur von Musikvideos und Werbefilmen für Künstler und Marken wie Floating Points, Thomas Azier, Asaf Avidan, Marteria, Lexus, Volkswagen und Nike.

www.sanderhoutkruijer.com
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