Von Synthese und Dekonstruktion
Von Synthese und Dekonstruktion
29. Oktober 2025
Sibylle Bergemann, Das Denkmal, Gummlin, Usedom, Mai 1984
© Estate Sibylle Bergemann
The Monument: Von 1975 bis 1986 dokumentierte die deutsche Fotografin Sibylle Bergemann (1941–2010) die Entstehung des Marx-Engels-Denkmals in Ostberlin. Das Projekt, das nach dem Zweiten Weltkrieg und der Gründung der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) ins Leben gerufen wurde, wurde schließlich 1973 dem Bildhauer Ludwig Engelhardt anvertraut, der sich mit mehreren anderen Künstlern zusammenschloss. Bergemann begann zunächst informell zu fotografieren, bevor sie 1977 einen offiziellen Auftrag vom Kulturministerium erhielt. Im Laufe von elf Jahren hielt sie den Entstehungsprozess fest, von den ersten Modellen bis zur Einweihung des Denkmals am 4. April 1986. Aus mehr als 400 entwickelten Filmrollen wählte Bergemann zwölf Fotografien aus, die sie unter dem Titel Das Denkmal zusammenfasste. Diese Bilder offenbaren eine Bildsprache, die weit von der offiziellen Ästhetik entfernt ist. Im postkommunistischen Lichte betrachtet, wirken ihre Dekonstruktion heroischer Figuren und die ihnen zugrunde liegende Ironie bemerkenswert vorausschauend. Mit rigoroser Objektivität gelang es Bergemann, der Zensur zu entgehen und gleichzeitig ein schonungsloses und lakonisches Bild der Überholtheit einer Ideologie zu zeichnen.
Sibylle Bergemann, Das Denkmal, Gummlin, Usedom, Mai 1984
© Estate Sibylle Bergemann
Sibylle Bergemann, Das Denkmal, Ost-Berlin, Februar 1986
© Estate Sibylle Bergemann
François-Xavier Gbré, Rubino #1, Radio Ballast
© François-Xavier Gbré / Adagp, Paris, 2024
François-Xavier Gbré, Rubino #2, Radio Ballast
© François-Xavier Gbré / Adagp, Paris, 2024