Gefangen im Stillstand
Gefangen im Stillstand
Felipe Romero Beltrán
31. März 2025
Über drei Jahre hinweg begleitete Beltrán eine Gruppe Minderjähriger aus Marokko, die auf irregulärem Weg nach Spanien kamen und in einem Internierungszentrum darauf warteten, immigrieren zu dürfen. Bis zu drei Jahre kann es dauern, bis die sodann rechtlich für volljährig Erklärten schlussendlich einen Aufenthaltsstatus erhalten. Gefangen im Stillstand, vertreiben sie sich ihren Alltag mit Sport, Körperpflege und Gesprächen.
Die Darstellungen zeugen von der feinfühligen Empathie des Fotografen, und weisen gleichzeitig eine eindeutige künstlerische Handschrift auf. Durch sehr präzise Regieführung gelingt es ihm, Fragen nach Identität, Machtverhältnissen und gesellschaftlichen Strukturen zu stellen, dabei aber eine völlig eigene Bildsprache zu schaffen, die sich einer klaren typologischen Zuordnung entzieht. Beltráns fotografische Werke entfalten eine doppelte Wirkmacht, die vor der narrativen vor allem eine visuelle ist.
Sehen Sie auch das Projekt Nomen Nescio von Beltrán in der LFI 4.2020.
LFI 4.2020+-
Felipe Romero Beltrán: Nomen Nescio. Das schreckliche Erbe des Bürgerkriegs – eine elegische Serie über das Leben am kolumbianischen „Totenfluss“ Río Magdalena Mehr
Felipe Romero Beltrán+-
1992 in Bogotá geboren, lebt der Fotograf mittlerweile in Madrid und ist als Dokumentarfotograf tätig. Beltrán hat sich auf soziale, politische und zwischenmenschliche Themen spezialisiert, denen er neue Erzählperspektiven geben möchte. Aktuell arbeitet Beltrán an der Universität Madrid an seiner Doktorarbeit, die sich mit Dokumentarfotografie befasst. Mehr