The Dead Don’t Hurt – Behind the Scenes
The Dead Don’t Hurt – Behind the Scenes
Daniel Anguiano
14. März 2025
Ich bin ein cinephiler Mensch, und ich war schon immer ein Fan von Western. Von John Wayne bis Sergio Leone, ich habe sie alle geliebt. Als ich hörte, dass dieses Projekt in Mexiko gedreht werden sollte, wusste ich, dass es eine einmalige Gelegenheit sein würde. Ich war begeistert, in dieses Universum und diese Zeit einzutauchen und dieses gewaltige Projekt zu dokumentieren. Der Film wurde in Durango gedreht, einem der legendärsten Drehorte, auf der Filmranch von John Wayne.
Wie kam es zu dem Projekt?
Ich erhielt einen Anruf von einer befreundeten Produzentin, mit der ich bereits in der Vergangenheit zusammengearbeitet habe. Obwohl ich derzeit als Kameramann tätig bin, schlug sie mir vor, bei diesem Projekt als Standfotograf zu arbeiten. Ich hatte bereits Erfahrung als Unit-Stills-Photographer an anderen Filmsets, und die Gelegenheit, an einem großen Western mit Hollywood-Stars wie Viggo Mortensen zu arbeiten, hat mich wirklich motiviert, diese anspruchsvolle Aufgabe zu übernehmen.
Wie wichtig ist der Blick hinter die Kulissen bei einem Filmdreh? Welche Herausforderungen gibt es?
Die Fotografie hinter den Kulissen ist entscheidend, um den kreativen Prozess zu dokumentieren, mit dem Publikum in Kontakt zu treten und zum Marketing und Branding eines Films beizutragen. Als Fotograf ist es eine heikle Aufgabe, die Atmosphäre, die Crew und die kreative Reise einzufangen, ohne die Produktion zu stören. Zu den Herausforderungen gehören der Umgang mit Beleuchtungseinschränkungen, das schnelle Arbeiten in einer hektischen Umgebung, das Handling mit eingeschränktem Zugang zu Blickwinkeln und die Bewältigung des Drucks, qualitativ hochwertige Bilder unter engen Fristen zu liefern. Trotz dieser Herausforderungen bietet die Unit-Stills-Photography die einmalige Chance, den Zauber des Filmemachens zu erleben und zu bewahren.
Bewegte Bilder treffen auf statische Bilder – wie genau sieht die Arbeit an einem Filmset aus?
Die Arbeit an einem Filmset kann unglaublich stressig sein, mit vielen Menschen auf engem Raum und einem strengen Zeitplan. Meine Rolle als Unit-Stills-Photographer ist sehr interessant, weil ich mein Arbeitspensum selbst einteilen und mich sowohl am Set als auch außerhalb des Sets frei bewegen kann. Die wichtigste Eigenschaft eines USP ist es, unsichtbar zu sein. Ich bemühe mich ständig darum, die Arbeit aller Beteiligten und die Interpretation der Darsteller einzufangen und dabei unbemerkt zu bleiben.
Was war Ihr fotografischer Ansatz?
Ich habe parallel mit Marcel Zyskind, dem Kameramann des Films, gearbeitet. Bei meiner Fotografie habe ich mich an seinem Blitzstil und seiner Bildgestaltung orientiert. Meine Aufgabe war es, seinen künstlerischen und filmischen Ansichten zu folgen, sie aber in Standbildern darzustellen. Ich versuchte, die Essenz jeder Szene in einem einzigen Standbild festzuhalten.
Welche Bedeutung haben Licht und Schatten für Ihre Bilder?
Licht und Schatten sind die grundlegenden Elemente meiner Fotografie. Ich suche ständig nach faszinierenden Bildausschnitten und beobachte, wie die Motive mit dem Raum und der Atmosphäre interagieren. Bei diesen Interaktionen spielen Licht und Schatten eine entscheidende Rolle, denn sie verleihen dem Bild seine Essenz und Lebendigkeit.
Wie hat sich die Kamera für Ihr Projekt bewährt?
Ich hatte die Gelegenheit, die Leica M11 mit einem Summilux-M 1:1.4/50 Asph auszuprobieren. Ich hatte auch eine Q2, um breitere Aufnahmen zu machen. Die M11 war ein unglaubliches Werkzeug, dank ihres Hybridverschlusses. Normalerweise habe ich sie auf dem elektronischen Verschluss belassen, wodurch sie am Set unglaublich leise war. Die 60 Megapixel lieferten eine erstaunliche Leistung, und ich hatte die Flexibilität, die Bilder bei Bedarf zuzuschneiden. Natürlich war ich etwas leichtsinnig, voll manuelle Objektive zu verwenden, aber nachdem ich mehrere Jahre mit dem M-System gearbeitet hatte, war es nicht mehr so schwierig, wie es schien. Die M und die Q waren unglaublich praktisch, kompakt und leicht, sodass ich mich am Set schnell und unauffällig bewegen konnte.
Was ist der Anspruch an ein Behind-the-Scenes-Bild, was sollen die Betrachtenden erleben?
Meiner Meinung nach ist die wichtigste Eigenschaft eines Behind-the-Scenes-Bildes die Fähigkeit, den Zuschauer an den Drehort zu versetzen und ihn den gesamten Produktionsprozess miterleben zu lassen. Das Bild fängt eine Szene oder einen Moment hinter dem Film ein und zeigt, wie sich der Regisseur und die Schauspieler am Set bewegen, sodass es sich im Gegensatz zu einem Filmstandbild real anfühlt.
Daniel Anguiano+-
Daniel Anguiano ist ein mexikanischer Filmemacher, der auch als Kameramann arbeitet. Abseits des Drehs pflegt er seine Leidenschaft für die Fotografie und erforscht durch sein Objektiv persönliche und alltägliche Themen. Er betrachtet die Fotografie nicht nur als künstlerisches Medium, sondern auch als Werkzeug, um seine einzigartige Sichtweise auf die Welt auszudrücken und emotionale Momente einzufangen. 2024 stellte er seine Serie In Praise of Light and Shadow in der Leica Galerie Mexiko-Stadt aus. Mehr