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24.11.2022

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Schauspieler wie John Wayne oder Clint Eastwood haben mit ihren Filmen das Bild des Cowboys maßgeblich geprägt. Dabei schätzen Historiker, dass einer von vier Cowboys schwarz war. Manuello Paganelli zeigt in seiner Dokumentation, dass die Black Cowboys maßgeblich dazu beigetragen haben, die USA zu einem einzigartigen Land zu machen – seine Serie ist eine Inspiration für alle kommenden Generationen.

LFI: Wie sind Sie auf die schwarzen Cowboys gestoßen, und was hat Sie an ihnen fasziniert?
Manuello Paganelli:
Alles begann 1994, als ich von Washington, D.C., zu einem Fotoshooting für das Forbes-Magazin flog. Neben mir saß ein Afroamerikaner, der als Cowboy angezogen war. Es war das erste Mal, dass ich einen Schwarzen in dieser Kleidung sah, und ich war sehr neugierig und begann, mich mit ihm zu unterhalten. Sein Name war Cleo Hearn, er war Texaner und Rodeo-Reiter, und klärte mich schließlich über die Geschichte der Afroamerikaner und ihren bedeutenden Beitrag zum Wilden Westen auf.

Gibt es einen Unterschied zwischen den „weißen“ und den „schwarzen“ Cowboys?
Heute gibt es da keinen Unterschied mehr, aber das sah damals ganz anders aus, als viele schwarze Cowboys ehemalige Sklaven waren, die auf Ranches Arbeit fanden und mit weißen Cowboys zusammenarbeiteten. Bei Wind und Wetter ritten sie zusammen und schliefen im selben Umkreis, deckten sich gegenseitig den Rücken und schützten sich vor Überfällen und Viehdieben. Draußen auf der Weide erlebten die schwarzen Reiter eine besondere Verwandtschaft mit den anderen Cowboys, aber zurück auf der Ranch verschwand diese Gleichheit, und sie wurden schlecht behandelt. Afroamerikanische Cowboys wurden überall dort diskriminiert, wo sie ritten, und konnten nicht in dieselben Bars wie Weiße gehen oder an denselben Orten essen.

Was ist Ihnen wichtig, wenn Sie die Bilder machen, was wollen Sie zeigen?
Vom ersten Tag an, als ich mit der Arbeit an diesem Projekt begann, wollte ich eine genaue und respektvolle visuelle und historische Darstellung des Lebens und der Kämpfe der arbeitenden afroamerikanischen Cowboys und Cowgirls präsentieren. Die meisten Menschen, mit denen ich heute spreche, sind sich der langen Geschichte der Schwarzen im amerikanischen Grenzland nicht bewusst und können sich nur schwer vorstellen, dass jemand anderes als John Wayne oder Clint Eastwood mit glühenden Gewehren in eine Westernstadt reitet, die Menschen rettet und in den Sonnenuntergang galoppiert. Schwarze Cowboys sind seit den späten 1800er-Jahren Teil des Westens. Mein Ziel ist es, die staubigen Fußabdrücke jener stolzen schwarzen Wanderreiter für immer zu bewahren, die zu dem farbenfrohen Wandteppich und der Geschichte beigetragen haben, die die USA zu einem einzigartigen Land gemacht haben.

Sie ziehen Schwarzweiß der Farbe vor – warum?
Zu Beginn meiner Fotokarriere im Jahr 1981 wurde ich von Ansel Adams bis zu seinem Tod im Jahr 1984 betreut. Durch ihn habe ich verstanden, wie sinnvoll es ist, in Schwarzweiß statt in Farbe zu arbeiten. Mit diesem Medium wird der Betrachter von jeglicher Ablenkung abgeschirmt; der Blick geht direkt auf das Wesentliche und zieht die Aufmerksamkeit des Betrachters wie ein Magnet auf sich. Jedes winzige Detail auf dem Bild ergibt die Summe seiner Teile. Ein Schwarzweißbild macht uns hungrig, und wir wollen mehr sehen. (Interview: Katja Hübner)

Alle Bilder auf dieser Seite © Manuello Paganelli
Equipment: Leica M6, Summicron-M 1:2/35 Asph. neben weiteren
© Hillary Paganelli

Manuello Paganelli

...wuchs in der Dominikanischen Republik (wo er geboren wurde), in Italien und in Puerto Rico auf. Kurz nachdem er seine erste Kamera gekauft hatte, änderte sich sein Leben schlagartig, als er einen Zeitschriftenartikel über Ansel Adams las. Er war von Adams’ Leben und seiner Kunst so beeindruckt, dass er beschloss, ihn anzurufen – und so begann seine Freundschaft mit ihm und seine Betreuung durch ihn. Sein erster Durchbruch als Fotograf kam kurz darauf, als er einen Job bei der Chattanooga Times bekam. Einige Jahre später arbeitete er freiberuflich für nationale und ausländische Zeitschriften. Seine Werke sind in der Weston Gallery in Carmel-by-the-Sea, Kalifornien, in der Obscura Gallery in Santa Fe, New Mexico, und in der Kulterra Gallery in Bukarest, Rumänien, zu sehen.

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