Ronkholz & Efeoglou in Köln

8. Juli 2025

Noch bis zum 13. Juli 2025 zeigt die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur in Köln die Ausstellungen Elena Efeoglou – Realität und Fiktion verschwimmen – August Sander trifft auf KI sowie Tata Ronkholz – Gestaltete Welt.
Die Ausstellung Tata Ronkholz – Gestaltete Welt zeigt Arbeiten der Fotografin, Produktdesignerin und Innenarchitektin Tata Ronkholz, die als eine der frühen Studierenden der Becher-Klasse an der Kunstakademie Düsseldorf wirkte. Ronkholz’ Nachlass, der 2011 von VAN HAM Art Estate, Köln, erworben wurde, bildet neben den Beständen des Stadtmuseum Düsseldorf die Basis der Ausstellung. 

Ronkholz‘ Arbeiten stehen in der Tradition der sachlich-dokumentarischen Fotografie, die von dem Künstlerpaar Becher maßgeblich geprägt wurde. Die klaren Kompositionen, das serielle Vorgehen und der dokumentarische Ansatz, der sich auf architektonische Strukturen und Alltagsarchitekturen konzentriert, zeichnen auch ihr Werk aus. Bekannt wurde Ronkholz durch ihre Serie von Kiosken und Trinkhallen sowie kleineren Geschäften als typische Momente einer urbanen Alltagskultur. Aufgenommen wurden diese zwischen 1977 und 1985 insbesondere in Stadtteilen von Köln und Düsseldorf, im Ruhrgebiet, ebenso wie in Leverkusen und Krefeld.

August Sander trifft auf KI
Im Zentrum des Ausstellungsprojekts Elena Efeoglou – Realität und Fiktion verschwimmen – August Sander trifft auf KI steht eine Auseinandersetzung der griechischen Künstlerin Elena Efeoglou (*1978) mit ausgewählten Porträts von August Sander (1876–1964) aus seinem Mappenwerk Menschen des 20. Jahrhunderts. Während eines mehrwöchigen Arbeitsaufenthalts in der Photographischen Sammlung/SK Stiftung Kultur im Sommer 2024 sichtete Efeoglou eine Vielzahl von seinen Aufnahmen des bekannten Fotografen, dessen sachliche, aber zugleich tiefgründige Porträts eine beeindruckende Chronik der deutschen Gesellschaft zwischen 1900 und 1950 darstellen. 

Zu den zehn von ihr ausgewählten Fotografien verfasste Efeouglou fiktive Texte, in denen mögliche biografische Kontexte, emotionale Spannungen und soziale Hintergründe der Dargestellten imaginiert werden. Mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz generierte sie jeweils weitere anbindende Bildmotive. Die KI-Bilder greifen die Atmosphäre und das Erscheinungsbild der historischen Photographien auf, entfernen sich jedoch vom dokumentarischen Anspruch. Sie eröffnen stattdessen neue narrative Ebenen und hinterfragen die Grenzen zwischen Realität, Erinnerung und Projektion. So lädt die Ausstellung dazu ein, über die Möglichkeiten zeitgenössischer Bildproduktion und ihre Beziehung zum fotografischen Erbe nachzudenken. Die Arbeiten von Efeoglou eröffnen einen neuen Blick auf historische Bildnisse und schlagen eine Brücke von dokumentarischer Vergangenheit zur spekulativen Gegenwart. 
Katrin Ullmann
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