Nachruf: René Groebli
Nachruf: René Groebli
5. Mai 2026
René Groebli, 2017
© René Groebli, Courtesy of Bildhalle
Geboren am 9. Oktober 1927 in Zürich, begann Groebli nach seinem Studium an der Kunstgewerbeschule Zürich und einer Ausbildung zum Dokumentarkameramann, sich ganz der Fotografie zu widmen. Als Bildjournalist reiste er – auch mit einer Leica – durch die Welt und veröffentlichte in internationalen Magazinen. Bereits 1949 erschien seine erste freie Arbeit als Buch: Magie der Schiene; 1954 folgte eine sehr persönliche Liebeserklärung an seine Frau Rita mit dem heute ikonischen Bildband Das Auge der Liebe. „Wäre ich Dichter gewesen, hätte ich mich wohl ins nächstgelegene Café gesetzt, um für Rita Liebesgedichte zu schreiben … aber so verwandelten sich meine emotionalen Eindrücke fast ungewollt zu einem fotografischen Liebesgedicht“, erinnerte sich der Fotograf.
Ab Mitte der 1950er-Jahre entschied sich Groebli für eine Karriere in der Werbung. Und auch auf dem Gebiet der damals noch jungen Farbfotografie war er innovativ, wobei er seine Dunkelkammerexperimente immer auch für künstlerische Verwertungen nutzte. Zeitlebens oszillierte René Groebli zwischen angewandt und frei, Werbung und Kunst, Auftrag und Selbstauftrag. 1981 zog sich der „Master of Color“, wie ihn eine amerikanische Fachzeitschrift einmal nannte, aus dem Berufsleben zurück, ohne die Fotografie ganz aufzugeben. Bis zuletzt hat René Groebli auch international Ausstellungen bestritten, kreativ in den Bereichen Akt, Landschaft und Porträt fotografiert und Fotobücher publiziert.
Groebli war ein wichtiger Künstler, ein entschiedener Visionär, ein Brückenbauer zwischen Kunst und Handwerk. Sein Werk wird bleiben – und so wird er auch auf seinem schon geplanten Fest zum 100. Geburtstag sehr präsent sein: mit Aufnahmen, einzigartig, unvergesslich.
LFI 7.2017+-
Hinweis: Im LFI-Magazin 7.2017 wurde René Groebli als Leica-Klassiker vorgestellt. Mehr
René Groebli, 2017
© René Groebli, Courtesy of Bildhalle
© René Groebli, Courtesy of Bildhalle
© René Groebli, Courtesy of Bildhalle
© René Groebli, Courtesy of Bildhalle
© René Groebli, Courtesy of Bildhalle
© René Groebli, Courtesy of Bildhalle