Leica Oskar Barnack Award 2025

10. November 2025

Mit Spannung wurde die Bekanntgabe der diesjährigen LOBA-Gewinner erwartet: Auch der 45. Jahrgang ging mit einer starken Shortlist an den Start, doch am Ende konnte in der Hauptkategorie und als Newcomer nur jeweils einer gewinnen. So wurden es Alejandro Cegarra und Serghei Duve, die im Rahmen der Celebra­tion of Photography am 9. Oktober im Ernst Leitz Museum ihre Auszeichnungen und Leica-Kameras erhielten. 
Der in Venezuela geborene und in Mexiko lebende Alejandro Cegarra überzeugte mit seiner Serie The Two Walls, in der er die Situation von Migrantinnen und Migranten in den Blick nimmt, die unter den menschenunwürdigen Bedingungen im Grenzgebiet Mexikos zu den USA leiden. „Ich habe von 2018 bis Januar dieses Jahres an der Serie gearbeitet, immer zwischen den Grenzen“, so Cegarra. „Ich wollte mich auf die Menschlichkeit konzentrieren, auf die universellen Emotionen. Insgesamt habe ich über 35 000 Bilder gemacht – 20 davon habe ich für die LOBA-Serie ausgewählt.“ Karin Rehn-Kaufmann ergänzt in ihrem Statement: „Besonders bewegend ist der Weg von Alejandro Cegarra. Als ehemaliger Gewinner der Newcomer-Kategorie 2014 kehrt er nun mit The Two Walls zurück – einem Werk, das die Themen Spaltung, Migration und Würde mit eindringlicher Bildsprache beleuchtet. Sein Aufstieg in die Hauptkategorie ist ein Novum in der Geschichte des Awards und zeigt, wie fotografische Stimmen wachsen und drängender denn je werden.“

Als Newcomer setzte sich bereits zum wiederholten Mal ein Bewerber durch, der im Bereich Fotojournalismus und Dokumentarfotografie an der Hochschule Hannover studiert. Serghei Duve wurde 1999 in Chișinău, Moldawien, geboren und kam bereits als Einjähriger nach Deutschland. Seine Serie Bright Memory zeigt, wie das Private als politisch gelesen werden kann, wenn er seine Familie porträtiert und ihre Beziehungen zum interna­tio­nal nicht anerkannten Land Transnistrien dokumentiert.

Vor der Auswahl der Shortlist und der Bestimmung der Siegerserien lag wie in jedem Jahr ein langer Vorbereitungsprozess, bevor die fünfköpfige Jury ihre abschließende Arbeit aufnehmen konnte. In der aktuellen Runde waren es mehr als 120 Fotografieexpertinnen und -experten aus rund 50 Ländern, die ihre Vorschläge eingereicht hatten. Insgesamt kamen für die Vorauswahl 281 Serien mit 5351 Bildern von Fotografinnen und Fotografen aus über 65 Ländern zusammen. Der Leica Oskar Barnack Award Newcomer, der seit 2009 die Hauptkategorie ergänzt und Fotografinnen und Fotografen im Alter von unter 30 Jahren auszeichnet, wurde in Kooperation mit und durch die Vorschläge von 20 internationalen Institutionen und Hochschulen aus 17 Ländern bestimmt. Diesmal waren es 50 Vorschläge, aus denen die Jury dann den Newcomer ermittelte. 

In der aktuellen LOBA-Runde stehen einige Bildautorinnen und -autoren bereits zum zweiten Mal auf der Shortlist – ihre Themen haben nichts von ihrer Brisanz verloren. Der LOBA 2025 thematisiert die Probleme und Fragen der aktuellen Zeitgeschichte: die Auswirkungen der Klimakrise, Kriegshandlungen und die daraus resultierenden Härten, Ursachen und Folgen von Flucht und Migration, gesellschaftlicher Ausgrenzung und politischer Repression, aber auch die Selbstermächtigung marginalisierter Gruppen. Auf den folgenden Seiten stellen wir die Gewinnerserien und die gesamte Shortlist vor. 
Ulrich Rüter

LOBA-Katalog+-

ie kompletten Serien und mehr Informationen im LOBA-Katalog 2024, der die Ausstellung in Wetzlar begleitet. Karin Rehn-Kaufmann (Hrsg.), 118 Abbildungen plus Index mit 220 Bildern, 148 Seiten, 26 × 20 cm, Ausgaben auf Deutsch und Englisch. Zu beziehen über den LFI Shop.

Mehr Informationen rund um den LOBA auf der offiziellen Webseite. Mehr

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