Eine Leica-Lovestory
Eine Leica-Lovestory
Jean-Pierre Laffont
2. Mai 2025
Jean-Pierre Laffont, Porträt mit Leicas beim Fotografieren des Starts von Apollo XI, Cape Kennedy, Florida, 16. Juli 1969 © David Burnett
Dass seine bevorzugten Werkzeuge dabei Leica-Kameras waren und sind, hat er uns als „stolzer Leica-Nutzer“ in einer langen Antwort mitgeteilt, als wir ihn nach einer Liste seiner verwendeten Kameras fragten.
„Dies ist meine Lovestory mit Leica und die Liste meiner zahlreichen Leica-Kameras: Meine erste Kamera war eine Leica IIIf mit einem 50-mm-Elmar, 1953 erworben in Casablanca, Marokko; meine zweite Kamera war eine Leica M3 mit einem 50-mm-Summicron, 1955 ebenfalls in Casablanca erworben; 1956 kaufte ich ein 135-mm-Hektor und ein Visoflex-Gehäuse mit Faltenbalg für Porträts. Ich erwarb meine erste Leica MP, #13, in Schwarz mit einem schwarzen 50-mm-Summicron 1958 in Lausanne. Nach dem Algerienkrieg kaufte ich 1962 in Paris meine zweite MP, #14, in Schwarz, gebraucht, und ein 90-mm-Summicron in Chrom. Ich fand ein 85-mm-Summarex und 25-mm-Canon Objektiv, angepasst an die M3, 1966 in New York City. 1967 wurden meine beiden schwarzen MPs und fast alle Objektive in New York gestohlen – einen Monat später gab mir die Polizei die zwei MPs und zwei Objektive (135 mm und ein schwarzes 50-mm-Summicron) zurück, alle anderen Objektive waren verloren … Um 1968 kaufte ich ein 21-mm-Super-Angulon und ein 28-mm-Summicron. 1972 bekam ich, da ich durch die Agentur Sygma einen Vertrag mit Leica hatte, drei Leicaflex SL MOT und alle Objektive von 21 bis 570 mm! 1974 haben wir den Vertrag beendet, weil die ganze Leica-Ausrüstung zu schwer für die tägliche Arbeit geworden war. Aber Leica New York wollte meine schwarzen Leica MPs (#13 und #14 – ein passendes Paar) – sie boten mir zwei Leica M5, eine Leica CL und alle Objektive von 21 bis 400 mm an, wenn ich sie eintausche … Ich war dumm und bereue es bis heute, sie eingetauscht zu haben! Es tut mir so leid … Ich habe meine beiden MPs auf diese Weise verloren. Wo sind sie heute? Ich habe bis heute mit zwei gebrauchten Leica M3 gearbeitet und die Schachteln mit den Leica M2, die ich als Preis erhalten hatte, nie geöffnet. Ich habe nie mit der M2 fotografiert. Mein größtes Glück war es, 1975 eine Leica M3 mit einem Zeiss Hologon 1:8/15 gekauft zu haben. Mit diesem Objektiv habe ich viele ikonische Fotos gemacht, insbesondere das mit den brandneuen Twin Towers des World Trade Centers, 1976. Wegen ihres Suchers, der es erlaubt, mit zwei offenen Augen zu fotografieren, bleibt die Leica M3 aus meiner Sicht die beste Kamera für Fotojournalisten wie mich.“
Danke, verehrter Jean-Pierre Laffont für diese persönliche Lovestory und vor allem für die vielen unvergesslichen und vergleichlichen Momente der Fotografiegeschichte!
Jean-Pierre Laffont+-
Am 29. Januar 1935 in Algerien geboren, Schulzeit bis 1955 in Marokko, Studium an der Fotoschule Arts et Métiers in Vevey, Schweiz, Masterabschluss 1959. 1957 Studioassistent bei den Starfotografen Sam Levin und Choura in Paris. Militärdienst in Algerien, dann in Paris als Porträt- und Modefotograf sowie an Filmsets für MGM in Rom tätig. Ab 1964 in den USA; 1966 Heirat mit Éliane Lucotte; Gründung des US-Büros der französischen Agentur Gamma. 1973 Gründung von Sygma Photo News. Seine Arbeiten sind weltweit erschienen, u. a. in Time, Newsweek, New York Times, Paris Match, Figaro Magazine, Stern, Sunday Times Magazine. Zahlreiche Auszeichnungen, u. a. 1996 Verleihung des französischen Nationalordens Chevalier des Arts et des Lettres. Mehr
Jean-Pierre Laffont, Porträt mit Leicas beim Fotografieren des Starts von Apollo XI, Cape Kennedy, Florida, 16. Juli 1969 © David Burnett
Kinder begleiten das Jazz-Mobil durch die Straßen von Harlem, Manhattan, Juli 1966
Weiß geschminkter Demonstrant bei einer Performance gegen die Nixon-Wahlkampagne, 30. Parteitag der Republikaner, Miami, Florida 23. August 1972. Coverbild des Bildbandes Photographer’s Paradise
Obdachlose vor dem 1973 fertiggestellten World Trade Center, New York, Oktober 1975
Muhammad Ali, umringt von Presse und Leibwächtern vor seinem Kampf gegen Joe Frazier, New York, 23. Januar 1974
Porträt Jean-Pierre Laffont mit der Auswahl seiner Fotografien für den Bildband Photographer’s Paradise, Manhattan, New York 2013 © Sam Matamoros