In einer fernen Galaxie

13. März 2026

Im sichtbaren Universum gibt es schätzungsweise mehr als 70 Trilliarden Sterne. Die Fotografinnen und Fotografen der LFI Gallery werfen für uns einen Blick in den Nachthimmel.
Zwischen kosmischem Licht und Sternenmeer: Im ersten Teil unserer Serie über Astrofotografie haben wir bereits die technischen Aspekte beleuchtet, die für ein gutes Astrofoto beachtet werden müssen. Nun knüpfen die Fotografinnen und Fotografen der LFI Gallery daran an. Sie zeigen uns, wie Astrofotografie in der Praxis aussieht, warum eine Langzeitbelichtung essenziell ist und sprechen über die Ursprünge ihrer tiefen Faszination für das Universum.

1. Xuhui Sun
„Für mich ist ein tiefes Verständnis des Nachthimmels unerlässlich. Ich recherchiere im Voraus die Position der Milchstraße, die beste Jahreszeit und Uhrzeit für die Aufnahme. Dazu prüfe ich die Wetterbedingungen. Die Astrofotografie erinnert mich daran, wie weitläufig das Universum ist. Der schneebedeckte Berg auf dem Bild ist der berühmte Muztagh Ata in China, der auf die Milchstraße trifft.“

2. Thibault Gerbaldi
„Das Gleichgewicht zwischen Detail, Farbe und Atmosphäre ist entscheidend. Mich fasziniert die Möglichkeit, die Unermesslichkeit der Milchstraße und einen sternenerfüllten Himmel einzufangen. In der Szene zeigt sich ein Gefühl der Einsamkeit – die Verlorenheit des Menschen und des Tiers inmitten dieser Weite, auf der Erde in der Wüste Gobi und darüber im endlosen Himmel: ein stiller Dialog zwischen Leben, Land und Kosmos.“

3. Sunil Mehta
„Die Weltraumfotografie umfasst oft extreme Kontraste und sehr kurze Momente, daher sind eine sorgfältige Belichtungssteuerung, ein präziser Fokus und ein stabiles Set-up unerlässlich. Dieses Bild entstand während der totalen Sonnenfinsternis am 8. April 2024 in Rowlett City, Texas, USA. Solche Momente erinnern daran, wie klein wir im Universum sind.“

4. Christian Bluhm
„Bei Astroaufnahmen gibt es zwei große Herausforderungen: Rauschen und Klarheit. Deshalb muss die Aufnahme von Anfang an durchdacht sein, und in der Nachbearbeitung müssen die richtigen Werkzeugen eingesetzt werden. Schon als Kind habe ich an klaren Sommernächten stundenlang den Nachthimmel beobachtet. Da die Lichtverschmutzung in der Schweiz gut kontrolliert ist, konnte ich dieses Bild mit meiner Leica SL2 auf einem Stativ mit einem Sternentracker aufnehmen. Der Orionnebel gehört für mich zu den faszinierendsten Objekten der Nachtfotografie: am Nachthimmel der Nordhalbkugel leicht zu finden und an klaren Nächten sogar mit bloßem Auge sichtbar.“

5. Arne Jansen
„Gute Vorbereitung ist für mich unerlässlich. Der Trade-off zwischen langer Belichtungszeit und dem kurzen Moment, um Sterne als Punkte zu halten, bildet die Grundlage. Bei diesem Bild waren es vier Sekunden bei f:1.4 und ISO 800 mit dem Noctilux-M 1:0.95/50 Asph. Die Windmühle auf dem Bild steht für mich für meine Heimat am Rand der Lüneburger Heide. Dass sie sich für einen Augenblick mit dem Kometen – der nur wenige Wochen sichtbar war – kreuzt, macht die Szene für mich einzigartig.“

6. Edgardo Michele Cerruto
„Ich plane den Prozess der Astrofotografie bis ins kleinste Detail. Meist arbeite ich mit zwei Anwendungen: PhotoPills und Star Walk 2. Damit erkunde ich tagsüber mögliche Orte und analysiere mithilfe von Augmented Reality die erwarteten Bedingungen des Nachthimmels. Um die Größe des „Kometen des Jahres“ auf dem Höhepunkt seiner Sichtbarkeit zu zeigen, entschied ich mich, ihn zusammen mit einer wiedererkennbaren Struktur zu fotografieren: La Fornace Penna, ein Monument der Industriearchäologie in Contrada Pisciotto bei Sampieri im Südosten Siziliens.“
Eliza Trapp
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