In einer fernen Galaxie
In einer fernen Galaxie
13. März 2026
Xuhui Sun hat für seine Aufnahme der Milchstraße einen markanten Ort, den Muztagh Ata in China, gewählt. Die Leica M11 erlaubt ihm eine Empfindlichkeit von ISO 3200 ohne störende Rauschartefakte; sein Summilux-M 1:1.4/35 Asph hat er auf 1:16 abgeblendet und die Aufnahme 15 Sekunden belichtet. Damit sind die Sterne zwar nicht mehr als scharfe Punkte zu sehen, aber das Band der Milchstraße wirkt sehr plastisch. © Xuhui Sun
1. Xuhui Sun
„Für mich ist ein tiefes Verständnis des Nachthimmels unerlässlich. Ich recherchiere im Voraus die Position der Milchstraße, die beste Jahreszeit und Uhrzeit für die Aufnahme. Dazu prüfe ich die Wetterbedingungen. Die Astrofotografie erinnert mich daran, wie weitläufig das Universum ist. Der schneebedeckte Berg auf dem Bild ist der berühmte Muztagh Ata in China, der auf die Milchstraße trifft.“
2. Thibault Gerbaldi
„Das Gleichgewicht zwischen Detail, Farbe und Atmosphäre ist entscheidend. Mich fasziniert die Möglichkeit, die Unermesslichkeit der Milchstraße und einen sternenerfüllten Himmel einzufangen. In der Szene zeigt sich ein Gefühl der Einsamkeit – die Verlorenheit des Menschen und des Tiers inmitten dieser Weite, auf der Erde in der Wüste Gobi und darüber im endlosen Himmel: ein stiller Dialog zwischen Leben, Land und Kosmos.“
3. Sunil Mehta
„Die Weltraumfotografie umfasst oft extreme Kontraste und sehr kurze Momente, daher sind eine sorgfältige Belichtungssteuerung, ein präziser Fokus und ein stabiles Set-up unerlässlich. Dieses Bild entstand während der totalen Sonnenfinsternis am 8. April 2024 in Rowlett City, Texas, USA. Solche Momente erinnern daran, wie klein wir im Universum sind.“
4. Christian Bluhm
„Bei Astroaufnahmen gibt es zwei große Herausforderungen: Rauschen und Klarheit. Deshalb muss die Aufnahme von Anfang an durchdacht sein, und in der Nachbearbeitung müssen die richtigen Werkzeugen eingesetzt werden. Schon als Kind habe ich an klaren Sommernächten stundenlang den Nachthimmel beobachtet. Da die Lichtverschmutzung in der Schweiz gut kontrolliert ist, konnte ich dieses Bild mit meiner Leica SL2 auf einem Stativ mit einem Sternentracker aufnehmen. Der Orionnebel gehört für mich zu den faszinierendsten Objekten der Nachtfotografie: am Nachthimmel der Nordhalbkugel leicht zu finden und an klaren Nächten sogar mit bloßem Auge sichtbar.“
5. Arne Jansen
„Gute Vorbereitung ist für mich unerlässlich. Der Trade-off zwischen langer Belichtungszeit und dem kurzen Moment, um Sterne als Punkte zu halten, bildet die Grundlage. Bei diesem Bild waren es vier Sekunden bei f:1.4 und ISO 800 mit dem Noctilux-M 1:0.95/50 Asph. Die Windmühle auf dem Bild steht für mich für meine Heimat am Rand der Lüneburger Heide. Dass sie sich für einen Augenblick mit dem Kometen – der nur wenige Wochen sichtbar war – kreuzt, macht die Szene für mich einzigartig.“
6. Edgardo Michele Cerruto
„Ich plane den Prozess der Astrofotografie bis ins kleinste Detail. Meist arbeite ich mit zwei Anwendungen: PhotoPills und Star Walk 2. Damit erkunde ich tagsüber mögliche Orte und analysiere mithilfe von Augmented Reality die erwarteten Bedingungen des Nachthimmels. Um die Größe des „Kometen des Jahres“ auf dem Höhepunkt seiner Sichtbarkeit zu zeigen, entschied ich mich, ihn zusammen mit einer wiedererkennbaren Struktur zu fotografieren: La Fornace Penna, ein Monument der Industriearchäologie in Contrada Pisciotto bei Sampieri im Südosten Siziliens.“
Xuhui Sun hat für seine Aufnahme der Milchstraße einen markanten Ort, den Muztagh Ata in China, gewählt. Die Leica M11 erlaubt ihm eine Empfindlichkeit von ISO 3200 ohne störende Rauschartefakte; sein Summilux-M 1:1.4/35 Asph hat er auf 1:16 abgeblendet und die Aufnahme 15 Sekunden belichtet. Damit sind die Sterne zwar nicht mehr als scharfe Punkte zu sehen, aber das Band der Milchstraße wirkt sehr plastisch. © Xuhui Sun
Orte mit nahezu keiner Lichtverschmutzung, wie hier die Wüste Gobi, erlauben beeindruckende Aufnahmen des Sternenhimmels; Mensch und Kamel treten in einen Dialog mit den Elementen. Thibault Gerbaldi hat mit seiner Leica SL3 und dem Super-Vario-Elmar-SL 1:3.5–4.5/16–35 Asph diese Aufnahme 24 Sekunden bei ISO 4000, Blende 1:16 und mit 16-mm-Weitwinkel belichtet. Aufgrund des Betrachtungsabstandes funktioniert das, zoomt man in das Bild hinein, werden die Sternenspuren sichtbar. © Thibault Gerbaldi
Sunil Mehta hat für diese Aufnahme den Moment gewählt, in dem die Sonne gerade wieder aus dem Kernschatten der Erde tritt. Die Belichtungszeit von 1/640 Sekunde bei Blende 1:7.1 (zwei Drittelblenden über 1:5.6), ISO 400 und maximaler Teleeinstellung seines Sigma 1:5–6.3/150–600 DG DN OS Sports ist richtig gewählt, um Details am Rand der Sonne ebenso einzufangen wie die durch die Wolken erzeugte atmosphärische Lichtstimmung. © Sunil Mehta
Die Klarheit des Orionnebels, eingefangen von Christian Bluhm, ist beeindruckend. Die Aufnahme besteht aus 17 einzelnen Bildern, die bei ISO 400 und Blende 1:4 jeweils 24 Sekunden belichtet wurden. Um die Rotation der Erde auszugleichen, kamen die Leica SL2 und das Apo-Vario-Elmarit-SL 1:2.8–4/90–280 (bei 280 mm) an einem Vixen Polarie Star Tracker zum Einsatz. © Christian Bluhm
Der richtige Ort zur richtigen Zeit: Arne Jansen hat sich so positioniert, dass er den Schweif des Kometen passend zu den Flügeln der Windmühle einfangen konnte. Er hat die Aufnahme mit seiner Leica M10-P und dem Noctilux-M 1:0.95/50 Asph vier Sekunden lang bei ISO 800 und Blende 1:1.4 belichtet. © Arne Jansen
Edgardo Cerruto hat den Kometen mit seiner Leica Q2 bei offener Blende, ISO 400 und mit einer Belichtungszeit von 4 Sekunden eingefangen. Noch hat die Nacht sich nicht durchgesetzt, weshalb die Architektur im Vordergrund das Bild dominiert und einen Rahmen für den beginnenden Sternenhimmel und den Kometen bildet. Die Belichtungszeit ist geeignet, die Sterne als scharfe Punkte abzubilden. © Edgardo Michele Cerruto