An vorderster Front

8. Mai 2026

Vom 10. Mai bis zum 13. September 2026 präsentiert die Ludwiggalerie Schloss Oberhausen die Ausstellung Anja Niedringhaus – an vorderster Front.
Der Schwerpunkt im fotografischen Werk der Pulitzer-Preisträgerin, Pressefotografin und Porträtistin Anja Niedringhaus liegt in den einfühlsamen Aufnahmen, die sie in Kriegs- und Krisengebieten wie Afghanistan, Irak oder dem Balkan aufgenommen hat. An vorderster Front, meist als einzige Frau, beobachtete sie vor allem die menschlichen Regungen sowohl der Soldaten als auch der Zivilbevölkerung. Aufklärung ist ihr ein zentrales Anliegen, das sich in dem immer wieder zitierten Motto ihres Handelns „Wenn ich es nicht fotografiere, wird es nicht bekannt“ widerspiegelt.

Neben den kämpferischen Auseinandersetzungen und den oft tödlichen Konsequenzen daraus dokumentierte sie parallel dazu die Lebensfreude zum Beispiel der Kinder oder das Modebewusstsein der afghanischen Frauen beim Kauf einer Burka. Ihr Talent, in einzelnen Fotos komplexe Geschichten zu erzählen, wird in all diesen Aufnahmen deutlich. Weniger bekannt, doch nicht weniger herausragend sind ihre Fotografien im Bereich des Sports. Vor allem Leichtathletik und Tennis waren die von ihr bevorzugten Disziplinen. So dokumentierte sie Weltmeisterschaften und Olympische Spiele und war fast zwanzig Jahre lang in Wimbledon vor Ort mit dabei.

Am 4. April 2014 fiel Anja Niedringhaus einem Attentat zum Opfer, als sie im Auftrag der amerikanischen Associated Press (AP) als Wahlberichterstatterin in Afghanistan unterwegs war. Sie hinterließ ein umfangreiches und vielschichtiges Werk, das in dieser Ausstellung der Ludwiggalerie Schloss Oberhausen in seinen Schwerpunkten sowohl in Schwarzweiß als auch in intensiven Farbfotografien vorgestellt wird.
Katrin Ullmann
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