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PORTFOLIO

30.10.2018

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Der Hamburger Fotograf Siegfried Hansen fängt im alltäglichen Gewirr auf den Straßen Bildkompositionen ein, die an abstrakte Gemälde erinnern. Ein Gespräch über seine Inspiration, den richtigen Moment und das Wechselspiel von Geduld und Bewegung.

LFI: Wie sind Sie zur Street Photography gekommen?

Siegfried Hansen: 2002 habe ich eine Ausstellung von André Kertész gesehen, die mich sehr beeindruckt hat. Seitdem bin ich Street-Fotograf, der seine Motive im alltäglichen Leben sucht und findet.

Viele Ihrer Bilder spielen mit Licht, Schatten und Zufall, während andere sehr von Linien, Formen und Farben geprägt sind. Wie würden Sie Ihren fotografischen Ansatz in eigenen Worten beschreiben?

Das war ein Entwicklungsprozess, der acht bis zehn Jahre andauerte. Ich habe Einflüsse von anderen Künstlern – Fotografen sowie auch Maler – zugelassen, die mich interessierten. Diese Einflüsse habe ich in meine Arbeit mit aufgenommen und dadurch meinen eigenen Stil entwickelt.

Der eigentliche Aufwand ist loszugehen und die Wahrnehmung zu ändern. In meinen Workshops zeige ich explizit bei einigen Bildern von mir, wie diese entstanden sind: Durch das Sammeln und nicht durchs das Jagen nach dem einzigartigen Moment.Ich bin durch diese bestimmte Technik sehr konzentriert, aber ständig am Fotografieren. Ich sammle solange, bis mich das Motiv nicht mehr interessiert oder ich am Ende ein Top-Bild habe.

Gibt es bestimmte Emotionen, die Sie im Betrachter auslösen möchten?

Nein, ich möchte keine bestimmten Emotionen auslösen, aber ich freue mich natürlich, wenn beim Betrachter etwas ausgelöst wird. In erster Linie mache ich die Bilder für mich.

Die dargestellten Szenarien laden desöfteren ein, einen längeren Blick zu riskieren, um die Situationen zu entschlüsseln. Wie geduldig muss man als Fotograf sein, um solche Motive einzufangen?

Das könnte der neutrale Betrachter tatsächlich bei vielen Bildern denken, aber in der Realität sieht es bei mir so aus, dass ich nicht sehr geduldig und eher ständig in Bewegung bin. Durch das jahrelange Beobachten sieht man sehr schnell, ob eine Situation sich zu einem interessanten Bild entwickelt.

Was würden Sie interessierten Street-Fotografen für praktische Tipps geben?

Ein gutes Street-Foto ist das Zusammenspiel aus fotografischem Können, Glück und Ausdauer. Das braucht Zeit. Und es gibt keine Abkürzungen. Ich denke, jeder kann gute Street-Fotos machen. Das Wichtigste auf dem Weg dieses Ziels ist: Trainieren, Lernen von Bildsprache und Einholen von konstruktivem Feedback - entweder aus dem Internet oder von gleichgesinnten Fotografen.

Welches Leica-Equipment benutzen Sie bevorzugt und warum?

Ich benutze seit Jahren die Leica Q. Die Kamera ist handlich, schnell und macht qualitativ hochwertige Bilder. Durch das 28mm Objektiv werde ich gezwungen, näher an die Objekte heranzugehen. Anderseits kann ich auch sehr gut den kompletten Raum abbilden. Das kommt mir gerade bei meinen grafischen Bildern sehr entgegen.

Alle Bilder auf dieser Seite © Siegfried Hansen
Equipment: Leica Q, Summilux 1:1.7/28mm Asph
© Volker Linnemann

Siegfried Hansen

Siegfried Hansen spürt visuelle Kompositionen in den Farben und Linien des Alltags auf und erschafft daraus Straßenfotografie. Im Zentrum dieser Bilder stehen nicht Gesichter oder Körper, sondern die grafischen Beziehungen und formalen Verbindungen zwischen den einzelnen Elementen im Bild. Es zeigt die immer wieder überraschende Ästhetik des Zufalls im öffentlichen Raum. Seine Arbeiten wurden in den Büchern von Street Photography Now und 100 Great Street Photographs vorgestellt. Sein eigener Bildband hold the line wurde im Kettler Verlag veröffentlicht.
Der Hamburger hat für seine Arbeiten zahlreiche internationale Auszeichnungen erhalten. Seine Erfahrungen und Herangehensweisen vermittelt er in Workshops.

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