Nocturne

Alwin Maigler

25. Februar 2025

Als Follow-up seiner Serie Nuances hat der Fotograf erneut mit dem Ensemble des Stuttgarter Balletts gearbeitet – allerdings mit ganz anderer Bildsprache.
Während Alwin Maigler in seiner Serie Nuances mit minimalistischer Bildsprache arbeitete, schöpft er in Nocturne aus dem Vollen, was seine Kreativität mit der Kamera betrifft. Mit Elementen, wie sie auch in Fashionstrecken zu finden sind, begleitet Maigler die Tänzerinnen und Tänzer des Stuttgarter Balletts nicht im Studio, sondern in örtlichen Grünanlagen. Entstanden ist eine weitere Hommage an die Tanzkunst – voller Dynamik, mit der er eine Botschaft verbindet. Hier spricht Maigler über seine Herangehensweise und die Gedanken hinter seinem Projekt.

LFI: Wie umreißen Sie ihre Serie Nocturne im Vergleich zu Nuances?
Beide Serien sind im Herbst 2024 als Bildband erschienen.
Alwin Maigler: Nocturne bezieht viel mehr meine Art des Fotografierens mit ein. Während ich Nuances im Studio fotografiert habe, ist Nocturne komplett draußen, und das auch noch bei Nacht, in Stuttgarter Parks entstanden. Ich blitze aggressiv und erzähle mit den Bildern Geschichten; sie zeigen meine Art zu inszenieren. In Nocturne räume ich Zufällen und Improvisation einen großen Raum ein.

Wo ist Nocturne entstanden?
Die Bilder sind im urbanen Raum entstanden, mitten in der Stadt, die aber unsichtbar bleibt. Der Produktionszeitraum war im Hochsommer, als die Temperatur sehr hoch war. Stuttgart ist bekannt für diese heißen Nächte.

Wie haben Sie die Tänzerinnen und Tänzer zu ihren Bewegungen motiviert, oder waren das „Selbstläufer“?
Die Bewegungen und Figuren kamen aus ihnen selbst heraus. Sie fingen an, Regeln zu durchbrechen und zu improvisieren. Zwischendurch fing es auch einmal an zu regnen. Die Wassertropfen ergaben schöne Effekte. Die schwarze Nacht fungierte als Hintergrund ideal für die Hervorhebung der starken Kontraste.

Hat Nocturne noch eine weitere Aussage als die einer Huldigung tänzerischer Bewegungen?
In Nocturne geht es auf einer übergeordneten Ebene um den Klimawandel und die damit verbundenen düsteren Zeiten, die auf uns zukommen. Die Strecke hat etwas Rebellisches, es geht darum, auf den Tisch zu hauen. Am Ende ist Nocturne aber vor allem eine „Utopie, in der die Schönheit gewinnt“, wie es Simone Klein, die ein Vorwort für das Buch geschrieben hat, ausdrückte.
Carla Susanne Erdmann
ALLE BILDER AUF DIESER SEITE: © Alwin Maigler
EQUIPMENT: Leica M11, Leica SL2, Apo-Summicron-M 1:2/35 Asph, Apo-Summicron-M 1:2/90 Asph

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© Sven Cichowicz

Geboren 1996, ist Maigler Autodidakt und arbeitet in den Bereichen Porträt, Mode und Kunst. 2021 wurde er jüngster Professional in der BFF-Verbandsgeschichte; 2023 Berufung in die deutsche Gesellschaft für Photographie. Er steht vor seinem Abschluss in Kommunikationsdesign an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart. Seine Arbeiten werden international ausgestellt und von Sammlern gekauft.  Mehr

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