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Xavier Barral – „Ein Auge, das man vermissen wird”

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Mit Xavier Barral hat die Fotografie- und Verlagsszene einen ihrer renommiertesten Akteure verloren. Völlig überraschend verstarb der Gründer des nach ihm benannten Verlags in der Nacht zum 18. Februar im Schlaf.

Seit der 2002 erfolgten Gründung von Xavier Barral Éditions hat der Verlag Jahr für Jahr einzigartige Bildbände veröffentlicht. Die Autorenliste des Verlags verzeichnet die bedeutendsten Fotografen unserer Zeit. Mit großer Leidenschaft entwickelte Barral zusammen mit den Fotografen individuelle Buchkonzepte und auch im Druck legte er größten Wert auf Qualität. Die Bandbreite der von ihm veröffentlichten Bildbände war enorm: von den ironisch-bunten Bildwelten eines Martin Parrs bis hin zu den ergreifenden dunklen Motiven eines Josef Koudelka. Jedes Buch war für den Verleger ein Unikat. Die Werke von Patrick Zachmann, Jane Evelyn Atwood, Raymond Depardon oder von Sophie Calle, die Geschichten von Pier Paolo Pasolini oder die Welt von David Lynch (um nur einige zu nennen) wurden von dem Verleger als „Buch-Objekte“ verstanden, deren Ästhetik, Design und redaktionelle Auswahl eine Einheit bildeten.

Xavier Barral wurde am 22. November 1955 in Paris geboren. Nach dem Grafikdesign- und Fotografiestudium in Paris begann Xavier Barral in Saint-Charles ein Studium der Szenografie. Für den Verleger Éric Hazan gestaltete er erste Bücher u.a. zu Robert Doisneau und Eugène Atget. 1992 gründete er zusammen mit Annette Lucas und Stéphane Trapier die Kultur-Kommunikationsagentur Atalante, die in den folgenden Jahren die visuellen Kampagnen wichtiger Kulturorganisatoren bestimmen sollte. Weiterhin realisierte Barral mit vielen Verlagen weitere Buchprojekte, bevor er 2002 seinen eigenen Verlag gründete.

Zahlreiche Personen der französischen Kulturszene würdigten die Arbeit des Verlegers: „Xavier Barral verfügte über ein fundiertes Know-how, das ihn zu einer Referenz in der Welt des Verlagswesens werden ließ, ein unverzichtbarer Begleiter in der Vielzahl der Bücher, die sich der Fotografie widmen. Der Verleger begnügte sich nicht nur damit, prächtige Bücher zu schaffen, er hatte auch die Augen eines Kritikers und Ausstellungskurators, eine Rolle, die er mehrfach spielte. Mit seinem plötzlichen Verschwinden verliert die Welt der Fotografie ein schönes, sensibles, neugieriges und mitfühlendes Auge, ein Auge, das wusste, wie man sorgfältig auswählt und zeigt, wie es sein sollte, ein Auge des Fotografen und der Ästhetik, ein Auge, das man vermissen wird“, so Jean-Baptiste Gauvin, Redakteur von L'Œil de la Photographie.

Im LFI-Magazin wurden in den letzten Jahren nicht nur regelmäßig Bücher des Verlags vorgestellt, sondern auch Portfolios präsentiert, die durch die Arbeit Xavier Barrals stark beeinflusst waren. Beispielsweise von Pierre de Fenoÿl (LFI 6/2015) oder Patrick Zachmann (LFI 3/2016).

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