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Versteckte Negative

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Die Kölner Galerie Julian Sander holt versteckte Fotos des chinesischen Fotografen Xu Yong zu den Studentenprotesten von 1989 in Peking ans Tageslicht. Vom 2. September bis zum 15. Oktober 2016.

Xu Yong wurde 1954 in Shanghai geboren, lebt und arbeitet heute in Peking. Der Fotograf war 35 Jahre alt, als in Peking im Frühjahr 1989 studentische Proteste ausbrachen. Auslöser war der Tod von Hú Yàobang, dem Generalsekretär der Kommunistischen Partei Chinas. Die Proteste richteten sich gegen das Regime, das an seinem starren Kurs inmitten des dramatischen Wandels in der Sowjetunion und in Osteuropa festhielt. Der zentrale Ort dieser Proteste war der Tian’anmen-Platz. Menschen gingen für Demokratie und Pressefreiheit sowie gegen Korruption und Zensur auf die Straße. In der Nacht vom 3. auf den 4. Juni beendete das chinesische Militär die Proteste. Unter den Protestierenden war auch Xu Yong, der instinktiv, von seiner Neugier geleitet, mit seiner Kamera die tumulthaften Szenen über knapp 50 Tage festhielt.

25 Jahre lang lagern die Negative versteckt vor der chinesischen Zensur in seinem Archiv. Yong verzichtet auf eine Bearbeitung der Bilder und reproduziert die farbverkehrten Negative, die sich erst durch die Farbumkehr-Funktion des Handys oder Tablets dechiffrieren lassen. Er liefert so einen unwirkliche wirkenden und zugleich unverfälschten Blick auf die historischen Ereignisse.

2014 veröffentlichte Xu Yong seine Fotos in einem Buch. Bis heute verhindern die Zensurbehörden von China den Vertrieb. Die im November 2015 vom Verlag Kettler herausgegebene Neuauflage macht das Buch nun verfügbar. Die Galerie Julian Sander freut sich sehr eine Auswahl an Arbeiten aus der Serie „Negatives“ zeigen zu können.

Weitere Informationen unter Galerie Julian Sander

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