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ONE PHOTO – ONE STORY

20.05.2022

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Bilder, die wie ein rituelles Feuer die Seele nähren: In Yael Martínez Velázquez’ Serie Family Portraits entstand dieses stimmungsvolle Porträt seiner Tochter.

„Das Holz war warm – ganz so, als ob die Wärme, die in dieser Küche vor langer Zeit gefühlt wurde, im Inneren festgehalten würde. Es war der Tag von Guadalupe-Tonantzin, der für viele Mexikaner ein besonderer Tag ist. Aber diese Besuche erfüllen mich eigentlich immer mit Nostalgie. Wir waren schon lange nicht mehr hier, das letzte Mal vor der Pandemie, bevor Großvater Digno sein Bein verlor und die Familie von Tante Aurora hierher zog. In diesen Räumen stecken unsere Energie, unsere Zeit, unsere Wurzeln, unsere Essenz.

Wir haben gegessen und später, als Teil des Rituals, meinen Schwager Beto auf dem Friedhof besucht. Die Mädchen haben im Fluss gespielt, und am Ende des Tages, bevor wir nach Hause gingen, kehrten wir zum Haus der Großeltern zurück, zu dieser Küche, die jetzt leer ist, aber in unserem Inneren wie ein Feuer brennt. Ich bat meine Tochter Itzel, für ein Porträt zu posieren. Sie legte ihren Kopf auf den Baumstamm. Ich bat sie, ihre Augen zu schließen und an etwas Vergangenes zu denken. Denn am Ende suchen wir immer nach den Bildern, die wie das Feuer eines Rituals in uns bleiben.“

Bild und Text: © Yael Martínez
Equipment: Leica Q2, Summilux 1:1.7/28 ASPH.


Erfahren Sie mehr über die Fotografie von Yael Martínez im LFI Magazin 4/2022.
© Itzel Martínez Granda

Yael Martínez Velázquez

...wurde 1984 im mexikanischen Bundesstaat Guerrero geboren. Sein Werk befasst sich mit den zerrissenen Gemeinschaften in seiner Heimat. Oft arbeitet er symbolisch, um ein Gefühl der Leere, der Abwesenheit und des Schmerzes der vom organisierten Verbrechen betroffenen Menschen in der Region zu vermitteln. Er ist Kandidat der Agentur Magnum Photos und Mitglied des Sistema Nacional de Creadores de Arte in Mexiko. Er erhielt 2019 den Eugene Smith Award, gewann den 2. Preis des World-Press-Photo-Wettbewerbs 2019 in der Kategorie Langzeitprojekte und ist Stipendiat des Photography and Social Justice Program der Magnum Foundation. Seine Arbeiten werden weltweit in Einzel- und Gruppenausstellungen gezeigt und u. a. in National Geographic, The Wall Street Journal, Time, Vogue Italy oder Aperture veröffentlicht.

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