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PORTFOLIO

06.10.2020

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Als Misha Vallejo von der Existenz eines Dorfes erfuhr, in dem eine ungewöhnlich hohe Anzahl traditioneller Heiler lebt, zögerte er nicht lange und begab sich mit seiner Kamera auf im Norden von Ecuador auf die Suche nach diesem magischen Ort. Binnen eines halben Jahres gelang es ihm, eine eindrucksvolle Fotostrecke über das Leben und Wirken der Yachacs, so das Kichwa-Wort für Heiler, aufzunehmen. Dabei gab es zunächst einige Hürden zu überwinden.

LFI: War es für Sie als Fotograf schwierig, Vertrauen zu den Yachacs aufzubauen?
Misha Vallejo: Ja, am Anfang war es ziemlich kompliziert, Zugang zu ihren Ritualen und spirituellen Praktiken zu bekommen. Aber das änderte sich, als ich die Yachac Luz María Otavalo traf, die ihr Wissen gern mit mir geteilt hat. Sie öffnete sich, um mit mir zu sprechen, und ließ sich und ihre Praxis von mir fotografieren. Sonst musste ich mit jedem Einzelnen sprechen und das Projekt erklären. Die meisten waren zur Teilnahme bereit und gaben ihr Einverständnis. Außerdem fotografierte ich mich selbst, während ich spirituell gereinigt wurde, was eine ziemliche Herausforderung war. 

Wie sah ihr fotografischer Ansatz aus?
Ich versuche immer, Vertrauen zu den Fotografierten aufzubauen und mir so viel Zugang wie möglich zu verschaffen, um das Thema aus einem persönlicheren Blickwinkel zu dokumentieren. Für dieses Projekt war klar, dass ich visualisieren musste, was nicht gesehen werden kann – aber für diese Menschen existiert: Geister und unsichtbare Kräfte. Um das zu erreichen, beschloss ich, mit abgelaufenem Farbfilm zu arbeiten, um eine mysteriöse Stimmung zu erzeugen. 

Was waren aus fotografischer Sicht die größten Schwierigkeiten?
Die größte Herausforderung war die Ungewissheit, wie gut oder schlecht der Effekt mit dem abgelaufenen Film funktionieren würde. Eine weitere Schwierigkeit bestand darin, bei schlechten Lichtverhältnissen ohne Blitz zu arbeiten, aber die lichtempfindlichen Objektive funktionierten wunderbar. (Interview: Danilo Rößger)

Alle Bilder auf dieser Seite: © Misha Vallejo
Equipment: Leica M6 mit Summicron-M 1:2/35 Asph und Elmarit-M 1:2.8/90
© Jenia Chaadaeva

Misha Vallejo

Misha Vallejo Prutt (geboren 1985) ist ein audiovisueller Geschichtenerzähler, dessen Arbeit sich im Grenzbereich zwischen Dokumentation und Kunst bewegt. Im Jahr 2014 schloss er seinen MA in Dokumentarfotografie an der University of the Arts London ab. Bislang hat er drei Fotobücher veröffentlicht, Al Otro Lado (Editora Madalena, Sao Paulo 2016), Siete Punto Ocho (RM, Barcelona 2018) und Secret Sarayaku (RM, Barcelona 2020), die internationale Beachtung fanden. Seine redaktionellen und persönlichen Arbeiten erscheinen in Medien wie The New York Times Lens, Vice, Marie Claire, Esquire und vielen anderen. Gegenwärtig ist er in Ecuador ansässig und in ganz Lateinamerika und Europa tätig.

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