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BUCHTIPP

23.07.2021

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Derzeit steht Wien ganz im Zeichen der Fotografien von Nobuyoshi Araki: In gleich drei Ausstellungen ist das Werk des radikal subjektiven Fotografen zu sehen. Neben der Albertina Modern zeigen die Ausstellungshäuser WestLicht und OstLicht spannende Aspekte des berühmtesten, gleichwohl umstrittenen japanischen Fotografen. Araki provoziert, insbesondere mit seinen Akt- und Bondage-Aufnahmen, die einen wesentlichen Teil seines Werks bestimmen, doch sein Themenrepertoire ist weit vielschichtiger. Diese Komplexität lässt sich nun besonders gut in den Ausstellungen entdecken. Wer es bis in den August nicht mehr nach Wien schafft, der bekommt mit dem Katalog The Books of Nobuyoshi Araki ein wichtiges Kompendium an die Hand, das einen genauen Überblick über die jahrzehntelange Arbeit des Fotografen als Buchgestalter gibt.

Das Fotobuch nimmt einen zentralen Stellenwert im Werk Nobuyoshi Arakis ein. Seine Publikationen sind daher auch ein roter Faden der Ausstellungen von WestLicht und OstLicht. Anlässlich seines 80. Geburtstages und in enger Kooperation mit dem Künstler zeigt die WestLicht-Ausstellung ARAKISS erstmals Fotografien aus seiner jüngsten, 2020 entstandenen Serie Paradise. Dabei werden die großformatigen Stillleben in den Kontext von Publikationen und Arbeiten aus sechs Jahrzehnten gestellt. Vorgestellt werden wiederkehrende Themen im Werk des Künstlers, wie die obsessive Beschäftigung mit Sexualität und Tod, die Vermischung von dokumentarischer und fiktionaler Erzählung, aber auch Arakis Auseinandersetzungen mit der Zensur.

Die Anzahl der Publikationen Arakis ist kaum zu zählen. Einen kenntnisreichen Überblick liefert nun die OstLicht-Ausstellung: Mit der Präsentation von mehr als 300 Bänden aus der Sammlung OstLicht zeigt sich auf eindrückliche Weise, wie das Medium Fotografie im Medium Buch bei Araki seine kongeniale Ergänzung gefunden hat. Viele seiner Bücher sind heute längst begehrte Sammlerstücke. Der Fotobuchexperte Michael Reitter-Kollmann liefert mit der begleitenden Publikation einen hervorragenden Leitfaden zum Verständnis des Werks und bietet eine Zusammenschau der markantesten Publikationen, die zwischen 1970 und 2020 entstanden sind. „Mit seinen intuitiven Überlegungen zu einer möglichen Bildsprache und erzählerischen Strukturen einer visuellen Grammatik in der Fotografie kann Araki zu den Vordenkern des erst in den 1990er-Jahren aufkommenden Iconic Turns gezählt werden“, so Reitter-Kollmann. „Den Übergang von einer an Schrift orientierten hin zu einer an Bildern orientierten Gesellschaft hat er mit seinem Vokabular deutlich bereichert.“ Auch wenn der Band grafisch eher schlicht ausgefallen ist, bleibt er in seiner Akribie und mit seinem Detailwissen für Sammler unverzichtbar. Darüber hinaus gibt er auch jedem Fotointeressierten ein vertiefendes Verständnis der Arbeitsweisen des Künstlers und ist ein wichtiger Baustein für die Fotogeschichte und Forschung. (Ulrich Rüter)

The Books of Nobuyoshi Araki
Hrsg. von Michael Reitter-Kollmann und Peter Coeln, Fotosammlung OstLicht, Wien
Auflage: 500. 96 Seiten, zahlreiche Farb- und Schwarzweißabb.
22,0 × 28,5 cm, Deutsch/Englisch
Ostlicht

Die Ausstellungen Nobuyoshi Araki. ARAKISS laufen noch bis zum 1. August bei WestLicht und OstLicht.

© 2021 Abbildungen: Peter Coeln, Fotosammlung OstLicht, Wien
Araki Books-Cover 1970–2020 © Nobuyoshi Araki, courtesy Fotosammlung OstLicht
La Chat Photo Magazine, Vol. 1, August 1995 © Nobuyoshi Araki, courtesy Fotosammlung OstLicht
Erotos, 1993 © Nobuyoshi Araki, courtesy Fotosammlung OstLicht
Erotos, 1993 © Nobuyoshi Araki, courtesy Fotosammlung OstLicht
Erotos, 1993 © Nobuyoshi Araki, courtesy Fotosammlung OstLicht
The Banquet, 1993 © Nobuyoshi Araki, courtesy Fotosammlung OstLicht
The Banquet, 1993 © Nobuyoshi Araki, courtesy Fotosammlung OstLicht
The Banquet, 1993 © Nobuyoshi Araki, courtesy Fotosammlung OstLicht
Oh Nippon, 1971 © Nobuyoshi Araki, courtesy Fotosammlung OstLicht
Oh Nippon, 1971 © Nobuyoshi Araki, courtesy Fotosammlung OstLicht
© Nobuyoshi Araki, courtesy Fotosammlung OstLicht

Nobuyoshi Araki

wird am 25. Mai 1940 in Tokio geboren. Sein Vater ist begeisterter Amateurfotograf, er bekommt von ihm mit zwölf Jahren die erste Kamera. Nach seinem Fotografie- und Filmstudium an der Universität Chiba in der Nähe von Tokio (1959–64) ist Araki für die landesweit größte Werbeagentur Dentsu tätig. Ab 1972 widmet er sich ganz der Fotografie. Seine provokanten Bilder lassen ihn in Japan, aber auch schnell international bekannt werden. Zu seinen bevorzugten Kameras gehören auch verschiedene Leica Modelle. In sechs Jahrzehnten schuf er eine Vielzahl von Fotografien, Büchern und Filmen. Heute ist er einer der bedeutendsten und produktivsten japanischen Fotografen.
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