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22.02.2015

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„1982 war ich zum ersten Mal auf der Krim, damals war ich fünf. Ich erinnerte mich kaum noch an etwas, nur der heiße Kiesstrand und der Geruch des Meeres sind mir in Erinnerung geblieben.

Im ereignisreichen Jahr 2014 machte ich mich wieder auf zur Krim, jedoch ohne jeden politisch motivierten Hintergedanken. Es war der zweite Teil meines Dokumentarprojekts „White to Black“, einer Jachtexpedition quer durch Russland, vom Weißen bis zum Schwarzen Meer.

Die ersten Vorboten der Krim sahen wir bereits an den russischen Ufern: jede Menge wartender Autos. Bis zu drei Tage mussten die Menschen ausharren, um eine Fähre von Russland auf die Krim zu bekommen – in den Wirren der Abspaltung der Krim war der Zugverkehr über die Ukraine zum Erliegen gekommen.

Als wir die Krim erreichten, verstanden wir, warum so viele Touristen hierherkommen wollen: Die Unterkünfte waren günstig, die Lebensmittel auf den Märkten frisch und lecker, selbst ein Besuch in einem der zahlreichen Kaffees und Restaurants war für jedermann erschwinglich. Dazu das warme Wasser des Schwarzen Meeres, wer kann da schon widerstehen?

Ich fotografiere sonst meist im kalten Norden Russlands, wo die Menschen mit den schwierigen Klimabedingungen zu kämpfen haben. Daher war es ungewöhnlich, jetzt plötzlich mit so vielen Urlaubern konfrontiert zu sein. Musik lärmte aus den zahlreichen Karaoke-Bars, Schaschlikgeruch strömte von allen Ecken in die Gassen der kleinen Stadt Koktebel.

Diejenigen, die die Natur und die Einsamkeit lieben, zieht es in die sieben Kilometer entfernte Fuchsbucht. Vereint durch totales politisches Desinteresse, treffen sich hier Nudisten und Hippies, Buddhisten und Orthodoxe.

Mit Inbrunst geführte politische Diskussionen habe ich weder unter den Bewohnern, noch bei den Touristen erlebt. Klagen über die Widrigkeiten des Lebens oder die zu geringen Touristenzahlen, die gab es, aber keine Kommentare zur Politik Russlands oder der Ukraine. Während meiner gesamten Zeit in Koktebel und Umgebung gab es keine Unruhen, keine Meinungsverschiedenheiten oder Proteste. Es war, als ob die Luft der Krim auf magische Weise für Ruhe und Entspannung sorgte.“

Ekaterina Solovieva

1977 in Moskau geboren, lebt die Fotografin und Dokumentarfilmerin Ekaterina Solovieva seit 2006 in Hamburg. In ihren Arbeiten widmet sie sich vor allem dem Leben der einfachen Landbevölkerung auf dem Gebiet der ehemaligen Sowjetunion. Besonderes Augenmerk legt Solovieva auf die religiösen Bräuche. Ihr Bildband ПАЛОМНИКИ (Übersetzt: Wallfahrt) erschien im Januar 2014 bei Bad Weather Press.

www.solovieva.viewbook.com
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