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PORTFOLIO

27.01.2015

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Eine Reise durch den finnischen Teil Lapplands. Von Ende September bis Ende Januar bereiste Daniel Fort den äußersten Norden Finnlands. Zunächst mit dem VW-Bus unterwegs, kam Fort mit Einbruch der Kälte bei verschiedenen Bewohnern der abgeschiedenen Region unter. In seinem fotografischen Tagebuch berichtet der Fotograf über seine Begegnung mit der Natur und den Menschen.
Kilpisjärvi, 30. September

Jouko treffe ich am Ufer des Kilpisjärvi. Er lädt mich ein, mit ihm auf den See zu fahren und seine Netze zu Wasser zu lassen. An manchen Stellen haben die Berge noch eine leichte Rotfärbung. Noch haben nicht alle Sträucher und Bäume ihre Blätter vollständig abgeworfen. Doch die Zeit der „Ruska“, der intensiven Herbstfärbung in den nördlichen Breiten, ist vorbei. Der Winter steht vor der Tür. Schon jetzt, im September, wird der erste Schnee fallen. Jouko lebt im Sommer die meiste Zeit in seinem Haus am Ufer des Kilpisjärvi. Im Winter verbringt er viel Zeit im Süden Finnlands, wo seine Frau arbeitet. Er selbst ist bereits im Ruhestand.
Inari, 5. Oktober

Ich habe meinen VW-Bus in einem Fichtenwäldchen, etwas abseits der Hauptstraße des Ortes Inari, direkt am Inarijärvi, dem größten See Finnisch-Lapplands, geparkt. Niemand stört sich daran. Ich streife durch den Ort. An manchen Stellen bedeckt eine dünne Schneeschicht, Reste des ersten größeren Schneefalls in diesem Jahr, die Straßen, Plätze, Wiesen und Stege des Ortes.
Kätkäsuvanto, 10. Dezember

Minus 25 Grad. Wir brechen auf, um Hannas Netze im Kätkäjärvi zu kontrollieren. Auf Holzskiern gleiten wir durch den schneebedeckten, stillen Wald. Der Schnee ist stumpf, wir kommen schlecht voran. Nach ca. 20 Minuten, gegen 13 Uhr, erreichen wir den See. Hanna beginnt sofort die zugefrorenen Löcher aufzuhacken. Es wird bereits wieder dunkel. Ich mache noch schnell ein paar Fotos und verkühle mir die Finger an dem eiskalten Kameragehäuse. Schnell ziehe ich wieder die dicken Handschuhe über und helfe Hanna die Netze aus den Eislöchern zu ziehen, in denen sich einige Renken verfangen haben. Die nassen Fische gefrieren augenblicklich an der eiskalten Luft.
Kätkäsuvanto, 10. Dezember

Der See, in dem Hanna ihre Netze auslegt, liegt nicht weit von einer alten Schule, in der sie mit zwei weiteren Bewohnern lebt. Hanna selbst wohnt in der ehemaligen Turnhalle und hat dort ihr Atelier.
Kätkäsuvanto, 11. Dezember

Ich gehe mit Hanna durch eine klare Nacht. Vollmond erhält die schneebedeckten Wälder. Die Bäume werfen harte Schatten. Die Temperatur ist mittlerweile auf minus 30 Grad gesunken. Der Schnee quietscht unter den Stiefeln. Plötzlich ist ein hell erleuchtetes, rot lackiertes Holzhaus durch die Bäume zu sehen. Wir sind hier verabredet, und treten ein. Hanna setzt sich ans Klavier. Nach einer Weile beginnt Jaakko, ein riesiger, bärtiger Mann, mit tiefem Bass Schubert zu singen. Seine Frau und seine Tochter backen Plätzchen im alten Holzofen. Ich fühle mich behaglich und sicher.

Daniel Fort

Geboren in München, studierte Fort Fotografie und Medien an der Fachhochschule Bielefeld und der Yrkeshögskolan Novia in Finnland. Seit seinem Abschluss 2012 arbeitet er als freier Fotograf. In seiner fotografischen Arbeit beschäftigt er sich größtenteils mit Naturräumen und der Beziehung des Menschen zur Natur und seiner natürlichen Umwelt. Im Moment arbeitet er an einem Langzeitprojekt über das Grüne Band Europas (European Green Belt).

www.danielfort.com
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