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07.09.2018

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Tent Pegging ist ein Hobby, dem hierzulande nur die wenigsten frönen. Diese Sportart ist dem bekannten Polosport sehr ähnlich – aber statt Schläger zu benutzen, haben die Tent Pegger Schwerter oder Lanzen, um kleine hölzerne 'Pegs' vom Boden aufzuspießen. Die Fotografin Sarah Caron reiste nach Pakistan, wo das Ausüben dieser Sportart ein hoch angesehenes Event ist.

LFI: Wie sind Sie auf die Idee gekommen, eine Serie über Tent Pegging in Pakistan aufzunehmen?

Sarah Caron: Ich hatte das Glück, in einer eher ländlichen Gegend aufzuwachsen. Dort gab es ein gutes Dutzend hochwertiger Pferde (Anglo-Araber und Cartujano), die mir seit meiner Kindheit zur Verfügung standen, und die Möglichkeit, durch die Landschaft von Kastilien zu galoppieren.

Als mir eines Tages in Pakistan ein Pferd angeboten wurde, für das ich keine Zeit zum Reiten hatte, war es für mich selbstverständlich, eine Aktivität zu finden, die seiner körperlichen Stärke würdig ist. So kam es, dass ich begann, mich für Tent Pegging zu interessieren.

Könnten Sie Tent Pegging in ein paar Sätzen beschreiben? Was fasziniert Sie an dieser Disziplin besonders?

Das Tent Pegging ist offiziell von der internationalen Dachorganisation für Pferdesport (FEI) anerkannt. Seine Ursprünge reichen bis in die Antike zurück, als die indische Kavallerie Kriegsstrategien entwickelte, in denen Pferde als Waffe dienten: Eine Kompanie von Reitern verübte noch vor dem Morgengrauen Überraschungsangriffe auf die Lager ihrer Gegner, indem die Reiter die feindlichen Zeltpflöcke mit ihren Lanzen entwurzelten, um die Zelte ihrer schlafenden Bewohner zu zerstören, was ihnen einen immensen Vorteil verschaffte.

Diese Aktion, die in voller Geschwindigkeit während des Galopps ausgeführt wird, verlangt vom Reiter äußerste Konzentration und Flexibilität. Im Wesentlichen ist der Reiter damit abhängig von seinem Pferd und nicht umgekehrt. Die Pferde sind nicht ganz domestiziert, da ihr Charakter aggressiv und kämpferisch bleiben soll. Das Spiel ist gefährlich, kurz, intensiv und spannend.

Trotz seiner langen Geschichte und großen Beliebtheit im Mittleren und Fernen Osten gewinnt das Tent Pegging erst seit 2013 in Deutschland an Bedeutung. Zudem gibt es seit 2014 Tent Pegging-Weltmeisterschaften. Wie ist es dazu gekommen?

Es stimmt, dass das Tent Pegging nur allmählich nach Europa kommt. Allerdings sind die Pferde nicht gleich: In Norwegen habe ich beispielsweise beobachtet, dass sie größer und nicht so schnell oder aggressiv sind. Mir scheint, dass relativ kleine, kräftige und sehr muskulöse Pferde am besten geeignet sind, Geschwindigkeit zu gewinnen und Verletzungen zu vermeiden.

Dennoch freue ich mich, dass Tent Pegging nun auch in anderen Teilen der Welt ankommt – und sowohl Frauen als auch Männer anzieht. In Pakistan ist der Sport leider eine absolute Männerdomäne und selbst bei Tent-Pegging-Festivals ist es extrem selten, Frauen im Publikum zu sehen.

In Pakistan ist der Sport fast verschwunden, weil er extrem teuer ist: Es dauert etwa fünf bis acht Jahre, um ein großes Turnierpferd auszubilden, und ein Meistertrainer kann nur zwei oder drei Pferde gleichzeitig trainieren. Heute gibt es jedoch zahlreiche Festivals im ganzen Land, die der lokalen Wirtschaft Auftrieb geben, wo immer sie stattfinden – mit einem Netzwerk von Lebensmittelverkäufern, Musikern, Pferdetransportern und so weiter.

Pferdebesitzer und Reiter genießen es, diese prestigeträchtige Disziplin beizubehalten. In ländlichen Gegenden gibt es nur wenige Sport- und Unterhaltungsmöglichkeiten, sodass Tent Pegging immer beliebter wird. Gesponsert von ländlichen Stammesführern und städtischen Unternehmern, erscheint mir Tent Pegging so emblematisch für Pakistan wie Cricket oder Squash.

In einigen Ihrer Bilder scheinen Sie ganz nah am Geschehen zu sein. Wie haben Sie diese Ergebnisse erzielt und was waren Ihre größten Herausforderungen?

Es ist für mich üblich, mittendrin zu sein - so arbeite ich generell gerne: nah am Geschehen und an den Menschen, die ich einfangen möchte.

Alle Bilder auf dieser Seite © Sarah Caron
Equipment: Leica M 10

Sarah Caron

Seit rund 20 Jahren bereist die französische Fotografin Sarah Caron für ihre Reportagen Orte auf der ganzen Welt. Neben Aufträgen für internationale Magazine verwirklicht sie auch persönliche Projekte, seit 2007 vor allem in Pakistan und Afghanistan. Für ihre Arbeiten erhielt sie unter anderem den Visa pour l’Image Female Photojournalist Award und den Getty Images Grant for Editorial Photography.

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