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PORTFOLIO

06.12.2019

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Nachdem Phil Penman in seiner Fotografenkarriere schon etliche Prominente vor der Linse hatte, widmet er sich seit geraumer Zeit auch der Street Photography. Wieso dafür New York in seinen Augen der beste Ort ist, welche Rolle das Wetter dabei spielt und weshalb die Tage der Paparazzi gezählt sind, verrät er uns im Interview.

Wie sind Sie zur Prominenten- und Street Photography gekommen?
Ich begann meine Karriere als News- und Firmenfotograf in Großbritannien, bekam aber die Möglichkeit, für eine Celebrity-Nachrichtenagentur in Los Angeles zu arbeiten – diese Gelegenheit wollte ich unbedingt nutzen. Die Arbeit bestand dann größtenteils darin, den Lebensstil der Reichen und Berühmten abzulichten. Im Jahr 2001 zog ich schließlich nach New York und fotografierte dort eines der größten Nachrichtenereignisse unserer Zeit: die Anschläge auf das World Trade Center. Etwa 2004 kaufte ich einem Freund meine erste Leica ab und begann, die sich ständig verändernden Straßen von New York zu dokumentieren. Später kamen noch ein paar weitere Leica-Kameras hinzu und ich fing an, mit der M9 die Welt hinter dem Glamour zu fotografieren. Das war eine gute Möglichkeit für mich, meine kreative Seite zu bedienen und gleichzeitig meine Miete zu bezahlen.

Sie ziehen es vor, in New York zu fotografieren. Könnten Sie die Stadt aus der Sicht eines Fotografen in wenigen Sätzen beschreiben?
New York ist ein ständig atmender Organismus. Die Stadt hat einen Puls, der jeden Tag anders schlägt. Man weiß einfach nie, was man als Nächstes sehen wird. Da kann es schon mal passieren, dass man um die Ecke biegt und einen Mann sieht, der seinen Truthahn ausführt. Es ist einfach immer etwas los. Ich habe auf der ganzen Welt fotografiert, aber ich liebe es, dass sich einzigartige Dinge schon vor meiner Haustür abspielen.

Was ist für Sie anspruchsvoller: Das Leben von Prominenten einzufangen oder die Atmosphäre auf den Straßen von New York abzubilden?
Die Celebritys sind auf jeden Fall anspruchsvoller! Street Photography in New York ist einfach die pure Freude. Die Stadt und ihre Einwohner zeigen offen ihr Gesicht und müssen sich nicht verstecken. Bei den Celebritys geht es viel stärker um Kontrolle. Die Branche hat sich mit dem Aufkommen von Instagram und Influencern geändert. Jetzt kann ein Prominenter das Bild, das er der Welt von sich zeigt, besser kontrollieren. Früher war es so, dass der Prominentenfotograf derjenige war, der einen Blick in diese Welt gewährt, aber jetzt lädt die Prominenz selbst in ihr Schlafzimmer oder ihre Küche ein und zeigt, wohin sie in den Urlaub fährt. Die Tage dieser Art von Fotografie gehen zu Ende. Ich habe das Spiel vor etwa vier Jahren verlassen, um mich auf die Street Photography zu konzentrieren.

Könnten Sie Ihre fotografische Herangehensweise in den Straßen von New York beschreiben?
Ich ziehe normalerweise gegen 4, 5 Uhr morgens los; meistens an Tagen, an denen das Wetter schlecht ist. Ich nutze das Wetter, um meinen Hintergrund zu gestalten, in den ich dann meine Charaktere und Elemente nach und nach einfüge. Mein Ziel besteht immer darin, etwas Episches zu erschaffen. Das funktioniert nicht immer, aber wenn man es nicht versucht, wird man es auch nie schaffen. Normalerweise gilt: Je unangenehmer das Wetter, desto besser wird es. Ich hätte nie gedacht, dass ich mich als Engländer nach dem nächsten Regen sehnen würde! Ich bin seit über 22 Jahren professioneller Fotograf, und erst in den letzten fünf Jahren habe ich wirklich angefangen, das Fotografieren richtig zu genießen und mich weniger darum zu kümmern, Druck auf mich auszuüben. Ich glaube, dass auf diese Weise die besten Arbeiten entstanden sind.

Was bedeutet Leica für Sie?
Leica ist nicht nur ein Kamerahersteller, sondern meine kreative Anlaufstelle, die mich mit Menschen und Orten bekannt gemacht hat, die ich sonst nie entdeckt hätte. Durch die Kamera bin ich jetzt Dozent an der Leica Akademie geworden, wo ich mich mit anderen Leica-Fotografen vernetzen kann. Dort habe ich die Möglichkeit, etwas von Ihnen zu lernen und gleichzeitig mein Wissen weiterzugeben.

Interview: Danilo Rößger
Bildredaktion: Carol Körting
Alle Bilder auf dieser Seite: © Phil Penman
Equipment: Leica SL mit Vario-Elmarit-SL 1:2.8-4/24-90 Asph und Apo Vario-Elmarit-SL 1:2.8-4/90-280, Leica M Monochrom mit Summilux-M 1:1.4/35 Asph und Apo-Summicron-M 1:2/75 Asph


Sein Buch STREET ist erhältlich auf seiner Webseite
© Salvatore Muoio

Phil Penman

Seit Jahren dokumentiert der in Großbritannien geborene und in New York lebende Fotograf die sich immer wieder wandelnden Straßen der Metropole. Für Medien wie People Magazine oder The Daily Telegraph fotografierte er Legenden wie Jennifer Lopez und Bill Gates. Sein unverwechselbarer Stil, seine Vielseitigkeit und sein Engagement haben ihm renommierte Preise und Ausstellungen eingebracht. Sein erstes Buch Street ist inzwischen ein Bestseller.

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