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ONE PHOTO – ONE STORY

24.12.2016

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1968 eröffnete in New Brighton das Chelsea Reach. Als Beobachter und zugleich als Teil der Szene fotografierte Wood dort Mitte der 80er-Jahre die Jugend der Stadt auf der Suche nach dem Glück. Sie fand es in hoffnungslosen Romanzen oder in flüchtigen Beziehungen, die zumeist kaum länger hielten als die Wirkung ihrer Drinks.

„Es war immer ziemlich dunkel im Chelsea Reach. Das ist das Erste, was mir zu diesem Bild einfällt: Die meisten Informationen auf diesem Foto, all die Details, waren versteckt bis der Blitz die Szene erleuchtete. Im Dunkeln wirkte es exotisch, aber der Blitz legte diese geschmacklosen, jedoch durchaus fotogenen Farben frei.

Als ich anfing in dem Club zu fotografieren, habe ich eine Standardbrennweite benutzt. Aber mit der Zeit wollte ich mehr und mehr in jedem Bild einfangen und ich wechselte zu einem 28er-Weitwinkel.

Ich mag die unterschiedlichen Geschichten in diesem Bild – da ist der jüngere Herr auf der linken Seite und eine junge Frau auf der rechten Seite, sie sind beide allein, weil ihre Freunde mit knutschen beschäftigt sind. Außerdem ist das Bild unterteilt. Man hat die sitzenden Leute auf der linken Seite, den Typ, der sich rechts gegen die Frau presst, und die Menschen, die im Hintergrund mit ihren Fingern gestikulieren. Einer der beiden ist der Singer/Songwriter Steve Roberts aus Liverpool.

Jahre später sah er das Bild in einer Ausstellung in der Tate Gallery Liverpool und schrieb anschließend einen Song darüber: „Over Here Photie Man!“ (mein Spitzname zu der Zeit). Es ist ein absoluter Ohrwurm. Es geht um die 80er-Jahre in Merseyside, eine Zeit, in der es Bands (und Heroin) an jeder Ecke gab. Es ist bittersüße Nostalgie …

Ein paar Zeilen aus dem Song lauten: ‚We didn’t treat him with suspicion, didn’t knock the camera out of his hand … He caught us kissing who we shouldn’t, dancing dressed up to Wham… In the Tate I was hanging, making shapes with my hands, if you’re listening Steve Henderson, we’re immortal, thank you Photie Man.‘ Steve Henderson ist übrigens der Mann mit der blauen Jeansjacke.“

Lesen Sie den ganzen Artikel in der LFI 1/2017.
Tom Wood (Mitte), Chelsea Reach, 24.12.1983

Tom Wood

Unterwegs hat der 1951 in Irland geborene Wood immer seine Kamera dabei. Zwar mehren sich die Kilometer auf seinem Reisekonto stetig, doch die Distanz, die er sich von seinem Zuhause entfernt, bleibt eher klein – viele Projekte entstehen in seinem direkten Umfeld. Looking for Love (1989) ist der erste Bildband, in dem er, wie in seinen anderen, oft langjährigen Projekten, auf unkonventionelle Art den Alltag seiner Mitmenschen umkreist.
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