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ONE PHOTO – ONE STORY

09.08.2017

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Für seine Fotostrecke Slash & Burn wird Terje Abusdal mit dem diesjährigen Leica Oskar Barnack Preis ausgezeichnet. In seiner atmosphärisch dichten, nahezu mystisch anmutenden Serie hat sich der norwegische Fotograf auf Spuren der Waldfinnen, einer naturverbundenen Volksgruppe in Norwegen, begeben. Eine schier endlose Winternacht lang harrte er für diese Aufnahme mitten im Wald aus.

„Diese Aufnahme entstand an der norwegisch-schwedischen Grenze, ungefähr eine Stunde Fußmarsch von der Straße entfernt, an der ich meinen Wagen geparkt hatte. Die Waldschneise, die man auf dem Bild sehen kann, zieht sich die gesamte 1640 Kilometer lange Grenze entlang. Es war November und der erste Schnee bereits gefallen. Ich wollte diese Aufnahme gegen Mitternacht machen, weil dann der Mond die Szene perfekt beleuchtet hätte. Als ich dort ankam, lag dichter Nebel über der Landschaft und mir blieb nichts Anderes übrig, als abzuwarten, dass er sich lichten würde.

Die Nacht war sehr kalt, die Temperaturen lagen bei ungefähr minus zehn Grad, dazu kam ein unerbittlicher Wind, sodass ich mir nicht sicher war, wie lange ich es dort draußen aushalten würde. Außerdem gibt es in dieser Gegend Wölfe und ich war ganz allein unterwegs. Die Wölfe sind für den Menschen nicht wirklich gefährlich, aber man kann schon ein wenig durchdrehen, wenn man nachts allein in einem Wald ist. Vor allem, wenn es man nichts Besseres zu tun hat, als zu warten. Also rief ich hin und wieder laut „Hallo!“. Nur für alle Fälle.

Ich war drauf und dran, aufzugeben, als sich schließlich der Nebel lichtete und ich dieses Foto machen konnte. In meiner Serie über die Waldfinnen, zu der diese Aufnahme gehört, habe ich einige Elemente ihrer kulturellen Tradition benutzt, um damit ihre Vergangenheit zu veranschaulichen. In diesem Fall benutzte ich eine Feuerspur, die nach Westen wandert, von Schweden nach Norwegen. Sie ist eine Anspielung auf die Vergangenheit der Waldfinnen, auf ihre Kultur der Brandrodung und dass sie sich in dieser Gegend angesiedelt haben.“


Alle Aufnahmen der prämierten Serie von Terje Abusdal finden Sie hier Leica Oskar Barnack Award.
© Marie Sjøvold

Terje Abusdal

Der 1978 im norwegischen Evje geborene Fotograf arbeitet ausschließlich an freien Projekten, die sich stets auf dem schmalen Grat zwischen Wahrheit und Fiktion bewegen. 2014 studierte er in Aarhus an der Dänischen Schule für Medien und Journalismus Advanced Visual Storytelling und besuchte anschließend mehrere Meisterklassen bei Simon Norfolk und Aaron Schuman. 2015 veröffentlichte er mit Radius 500 Metres sein erstes Fotobuch. In seinen Arbeiten, die in Einzel- und Gruppenausstellungen zu sehen sind, widmet er sich vor allem der Frage nach Identität und Zugehörigkeit. Terje Abusdal lebt in Oslo.

www.terjeabusdal.com
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