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ONE PHOTO – ONE STORY

23.01.2016

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Am 23. Januar 1916 kam David Douglas Duncan in Kansas City zur Welt. Als er an seinem 18. Geburtstag eine Kamera geschenkt bekam, begann, was eine der längsten Karrieren im Fotojournalismus werden sollte.

Im Februar 1943 trat Duncan dem U.S. Marine Corps bei und berichtete als Mitglied der einzigen von Fotografen begleiteten Bomberstaffel vom Krieg im Westpazifik. Aus heutiger Sicht entstanden die damaligen Luftaufnahmen auf geradezu abenteuerliche Art und Weise: In einer engen Röhre mit Plexiglaskuppel hing Duncan mit seiner Kamera unter dem Flügel des Bombers und fotografierte. „Wenn ich anfing zu schwitzen, kondensierte die Flüssigkeit auf der Innenseite der Kuppel und ich hatte große Mühe, das Wasser wegzuwischen um einigermaßen fotografieren zu können“, berichtete Duncan in seinem Bildband Yankee Nomad. Das Ende des Krieges erlebte er an Bord der USS Missouri, auf der die Japaner am 2. September 1945 die Kapitulationsurkunde unterzeichneten. An diesem Tag endete ein grausames Kapitel in der Geschichte, Duncans Karriere aber sollte erst beginnen.

Als Fotograf des renommierten Magazins Life hielt Duncan nach Ende des Zweiten Weltkriegs die Schlüsselmomente des 20. Jahrhunderts fest und verkörperte wie kein zweiter die goldene Epoche des Fotojournalismus. In den darauffolgenden Jahren fotografierte Duncan die Irankrise 1946, dokumentierte die Unabhängigkeitserklärung Indiens 1947, die Gründung des Staates Israel 1948, den Koreakrieg 1950 und die Entstehung des Eisernen Vorhangs. Sein Kürzel DDD wurde zu einem Markenzeichen und Qualitätssiegel, das bei Kollegen und Redakteuren weltweit Beachtung fand und auch bald mit der Geschichte der Leica M in Verbindung getreten ist: Von der M3D, einer eigens für DDD konstruierten M3 mit integriertem Schnellaufzug wurden vier Exemplare für den Fotografen gebaut.

Robert Capa machte Duncan mit Pablo Picasso bekannt und als DDD 1961 nach Südfrankreich zog, entwickelte sich eine tiefe Freundschaft zwischen ihnen. Sieben Bildbände veröffentlichte der Fotograf über den Maler.

Bereits 1953 hatte DDD das Ende der französischen Kolonialverwaltung in Indochina dokumentiert. 1967 kehrte er nach Vietnam zurück, um für Life den immer erbitterter geführten Vietnamkrieg zu fotografieren – wieder gingen seine Bilder um die Welt. 1968 dokumentierte er die Wahlparteitage der Demokraten und Republikaner und die Übergriffe der Polizei gegen Antikriegsdemonstranten, die die Parteitage überschatteten.

Mit seinem Bildband Yankee Nomad legte DDD Mitte der 70er-Jahre eine Autobiografie mit einer Auswahl seiner bekanntesten Bilder vor. 2003 erschien eine aktualisierte Fassung unter dem Titel Photo Nomad. Eine ausführliche Hommage mit einigen seiner bekanntesten Werke lesen Sie in der LFI 1/2016. Heute, am 23. Januar, feiert der Foto-Nomade David Douglas Duncan seinen 100. Geburtstag. LFI gratuliert!
DDD in seinem Haus in Südfrankreich im Oktober 2015. Lars Netopil, Inhaber des Leica Store in Wetzlar und langjähriger Freund von Duncan, hatte Gelegenheit, mit DDD aus Anlass seines 100. Geburtstags zu sprechen. Foto: David Pitzer
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