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ONE PHOTO – ONE STORY

31.08.2018

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„Der Gazastreifen ist zum Synonym für langwierige Kriege und Konflikte geworden. Mit nur einer sicheren Möglichkeit des Zugangs via Israel kann man sich innerhalb und außerhalb des Gebiets nur sehr begrenzt bewegen, was den gesamten Streifen und seine Bewohner vom Rest der Welt abschneidet.

Ein paar Tage bevor ich dieses Bild aufgenommen habe, war ich nicht einmal sicher, ob ich das Gebiet überhaupt betreten dürfte –Raketenangriffe hatten die Gegend getroffen, in der ich mich aufhielt. Während dieser Zeit teilte mir mein Team mit, dass der Zugang für mich vielleicht nicht sicher sei. Situationen wie diese hört man zuhauf in den Nachrichten. Gerade deshalb liebe ich dieses Bild so sehr: Es symbolisiert die andere Seite von Gaza. Eine Seite, die ich kenne und liebe. Eine Seite, die wir nicht aus dem Fernsehen oder von Nachrichten kennen.

Ich habe dieses Bild in der Großen Omari-Moschee in der Altstadt von Gaza gemacht. Es ist die größte und älteste Moschee im Gazastreifen. Als ich in den Hof ging, rannten dieser Junge und sein Freund in der Gegend herum, sie spielten und kicherten. Während ich meine Leica Sofort hochhob, erstarrte der Junge. Wie ein erfahrener Schauspieler erlaubte er mir, den Moment festzuhalten. Unmittelbar nachdem ich die Aufnahme gemacht hatte, warf er mir ein breites Lächeln zu und lachte laut, bevor er unberührt von meiner Anwesenheit weiter spielte.

Seine Reaktion war repräsentativ für meine Erfahrung im Gaza-Streifen. Ich habe mich dort nie unwillkommen oder unerwünscht gefühlt. Wenn wir über Konfliktzonen nachdenken, beziehen wir uns typischerweise auf die Makrodynamik einer Situation – da ist es leicht, die einzelnen Menschen aus den Augen zu verlieren, die ihren Alltag in derart widrigen Gebieten bestreiten müssen.

Meine Arbeit soll diesen Menschen helfen. Ich bin kein Politiker, und habe auch nicht vor, einer zu werden. Aber an eines glaube ich: Die Entfaltungsmöglichkeiten von Kindern sollten nicht von ihrem Geburtstort vorherbestimmt werden.

Wenn man das Wort Gaza hört, möchte ich, dass man an dieses Bild denkt. Ich möchte, dass man an dieses Kind denkt, das in einer Kriegszone geboren wurde. Und man sich dann fragt: Wie kann ich dazu beitragen, ihm eine Chance auf ein besseres Leben zu geben?"

Foto: © Daniel Dart
Equipment: Leica Sofort
© Daniel Dart

Daniel Dart

Daniel Dart ist ein Künstler, Aktivist, Filmemacher und Fotograf. Seine Karriere nahm eine abrupte Wendung, nachdem er 2011 verhaftet und zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt worden war. Das Einreichen eines Einspruchs reduzierte seine Strafe jedoch auf zwei Jahre. Kurz nach seiner Entlassung lancierte Daniel DEC Artists, ein Medienunternehmen, das darauf abzielt, die Art und Weise zu verändern, wie Menschen mit der Welt interagieren. Sein Werdegang zeigt, wie wichtig zweite Chancen sein können und warum er so hart arbeitet, um diese Chancen allen Menschen, unabhängig von ihrer Vergangenheit, bereitzustellen.

Er lebt in Los Angeles, arbeitet aber hauptsächlich im Nahen Osten. Derzeit arbeitet er an einem Projekt mit LFI und Flüchtlingsbeauftragten der UN, dessen Ausstellung für 2019 geplant ist.

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