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ONE PHOTO – ONE STORY

23.06.2022

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Der stille Killer – so nennt man die chronische Unterernährung, die zu körperlichen und kognitiven Einschränkungen, zu Krankheit und Tod führt. Die spanische Fotografin Lys Arango rückt das Thema Hunger mit ihrer sensiblen, ausdrucksstarken Dokumentation über die Mayas in den Vordergrund – und entfesselt so eine Debatte über gesellschaftliche Missstände.

„Ich habe das Foto von Petrona ausgewählt; sie sitzt auf einer Holzbank im Inneren des chuj, eines Dampfbades der Maya. Die Nacht hat den Himmel von Suntelaj, im Hochland im Nordwesten Guatemalas, bedeckt. Strom gibt es dort noch nicht. Das zehnjährige Mädchen hält eine Kerze in den Händen, die ihr Gesicht erhellt. Während ich das Porträt mache, höre ich ihren leeren Magen knurren. Es gibt keinen Mais und keine Bohnen mehr. In den letzten zwei Jahren musste ihre Familie fast vollständige Ernteverluste hinnehmen, da sich die Auswirkungen des Klimawandels in der Region stark bemerkbar machten. Ihre einzige Lebensgrundlage ist die saisonale Arbeit auf den Kaffeeplantagen, wo Petrona seit ihrem fünften Lebensjahr beschäftigt ist. Fragt man sie nach ihren Träumen, bekommt man eine klare Antwort: in die Vereinigten Staaten auszuwandern.

Sie ist nicht allein mit diesem Wunsch. Drei ihrer Stiefbrüder sind bereits in den USA, ebenso wie ihre Tante und Cousins, die sich den Migrantenkarawanen angeschlossen haben, die 2017 begannen. Auch wenn in den meisten Berichten die Bandengewalt als Hauptgrund für den Exodus der Mittelamerikaner genannt wird, ist es in Wirklichkeit so, dass auch Hunger und die drohende Ernährungsunsicherheit Tausende von Familien aus dem Land treiben."

Text und Bild: © Lys Arango
Equipment: Leica Q2 mit Leica Summilux 1:1.7/28 ASPH.
© Lys Arango

Lys Arango

...ist eine spanische Fotografin und Autorin. Sie lebt meistens dort, wo sie arbeitet, ist aber derzeit in Paris ansässig. Sie hat einen Abschluss in Internationalen Beziehungen und einen Master in Journalismus. Zwischen 2016 und 2019 arbeitete sie in 17 Ländern, die von schweren Lebensmittelkrisen betroffen waren. Jetzt geht sie humanitäre Themen aus einem fotografischen Blickwinkel an und erforscht, wie sie in historischen und kulturellen Kontexten zusammenlaufen.

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