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BUCHTIPP

03.06.2021

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Für Fotografen waren Blumen schon immer ein großes Thema, vor allem aber auch eine echte Herausforderung, denn bei kaum einem anderen Sujet lauern so viele Klischeefallen oder Trivialitäten. Erfreulicherweise präsentiert sich diese Sammlung von Joel Meyerowitz ganz anders – es ist keine Ansammlung üppiger Blumengebinde oder filigraner Einzelblüten, sondern dieser Bildband vereint überraschend vielfältige Entdeckungen. Kein Wunder, denn seine Wild Flowers wurden nicht mit konsequenter Sammellust zusammengetragen, sondern die Serie ergab sich eher zufällig bei der Durchsicht seines Gesamtwerks. Eine Vase in einem leeren Schaufenster, Blumenschmuck bei einer Beerdigung, der florale Druck auf einer Bluse, ein Einradfahrer mit einem riesigen Papierblumenstrauß, die Nelke im Knopfloch eines Bräutigams: Oft sind bei Meyerowitz die Blumen nicht die zentralen Momente der Aufnahme, sondern sie kommen eher beiläufig daher, manchmal muss man schon richtig nach dem Grund für die Aufnahme in diese Sammlung suchen.

Seit fast 60 Jahren hegt und pflegt Joel Meyerowitz seinen visuellen Garten in den Straßen, Parks und Städten, die er besucht oder in denen er lebt. Er geht mit offenen Augen und Leidenschaft, denn – so sein Credo: „Die unerwartetsten Dinge passieren – das ist das wunderbare am Leben. Doch wenn man keine Kamera dabeihat, weiß es keiner.“ Glücklicherweise ist eine Leica sein ständiger Begleiter. „Ich hatte das Glück, schon früh in meiner Karriere zu lernen, dass man fast überall stehen bleiben kann und wenn man genau hinschaut, wird etwas Interessantes aus dem Getümmel oder der Leere vor einem auftauchen – aber nur, wenn man ihm seine ganze Aufmerksamkeit schenkt,“ so der Fotograf. „Lange wusste ich nicht, dass ich einen Garten zusammentrug, ich tat einfach, was mir Freude bereitete; spazieren gehen und schauen und aufnehmen, was der Tag zu bieten hatte.“

Die Erstauflage des Bildbands erschien 1983, die neue und erweiterte Ausgabe – jetzt in einem größeren Format – präsentiert viele neue und unveröffentlichte Bilder: „Die Herstellung dieser neuen Ausgabe von Wild Flowers hat mir die Gelegenheit gegeben, etwas Unkraut zu jäten, einige Gewächse zu verpflanzen und Neuzugänge einzufügen. In diesem Sinne ist dieses besondere Werk mit dem Gärtnern vergleichbar, denn die Arbeit ist ein nie endendes, laufendes Projekt“, erklärt der Fotograf. „Während jedes dieser Bilder den gegebenen Moment verewigt, offenbart das Thema die flüchtige, temporäre Natur der Existenz. Wie alle gepflegten Gärten ist Wild Flowers ein Buch, durch das man immer wieder wandern und jedes Mal etwas Neues entdecken kann“, so die treffende Einschätzung der Autorin des Vorwortes, Maggie Barrett. Beste Gelegenheit also, das großartige Werk und die visuelle Gärtner-Leidenschaft des Fotografen erneut zu erkunden. (Ulrich Rüter)

Joel Meyerowitz – Wild Flowers
128 Seiten, 86 Farbabbildungen, 24 x 31 cm, englisch
Damiani
Rockport, Massachusetts 1965
Paris, Frankreich 1967
Paris, Frankreich 1967
Coronado, Kalifornien 1971
San Cristóbal de las Casas, Mexiko 1971
New York City 1966
New York City 1974
San Juan, Puerto Rico 1974
Paris 1967

Joel Meyerowitz

Geboren 1938 in New York, aufgewachsen in der Bronx, studierte zunächst Malerei und war danach als Artdirector tätig. Seit den 1960er-Jahren gehört zu den großen Vertretern der amerikanischen Street und Color Photography. Er lebt und arbeitet in New York und in der Toskana.

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