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PORTFOLIO

31.05.2022

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Im Sommer 2016 erkundete der französische Fotograf Jean-Luc Feixa zwei Wunderwerke der Natur: den Gipfel des Cagire und die Wüste Bardenas Reales. In seinen mythisch anmutenden Aufnahmen konkurriert der weiche Nebel mit dem harten, trockenen Wüstenstaub; dennoch vermitteln die Bilder den Anschein eines harmonischen Zustands der Umwelt in ihrer rauesten Form.

LFI: Was zieht Sie in die Natur, was bedeuten Landschaften für Sie?
Jean-Luc Feixa: Ich bin inmitten der Natur aufgewachsen, am Fuße der Pyrenäen. Diese Umgebung habe ich jedoch vor fast zehn Jahren verlassen, um im Stadtzentrum von Brüssel zu leben. Ich habe viele urbane Räume fotografiert und tue dies auch weiterhin, aber seit einigen Jahren habe ich das Bedürfnis, zu den großen Naturlandschaften zurückzukehren, insbesondere in die Gegend meiner Kindheit. Ich weiß nicht, warum, aber das Gefühl, nur mit meiner Kamera mitten in den Bergen oder in der Wüste zu sein, ist eine sehr anregende fotografische Erfahrung.

Was fasziniert Sie als Fotografen am meisten an der französisch-spanischen Grenze?
Mich haben vor allem die extremen Kontraste fasziniert, sowohl landschaftlich als auch in Bezug auf Wetter und Temperatur, die zwischen diesen beiden sich gegenüberliegenden Gebieten herrschen. Die französische Seite der Berge ist selbst im Sommer in Nebel gehüllt und bietet eine grüne Landschaft mit endlosen Gipfeln. Im Gegensatz dazu zeigt die spanische Wüste eine ganz andere Landschaft mit Reliefs, ganz besonderen Farben, Staub und Sand, so weit das Auge reicht. Und das alles unter einer beißenden Sonne.

Wie lassen sich Nebel und Staub fotografisch unter einen Hut bringen – und könnten die Grenzen trotz ihrer Unterschiede vielleicht fließend sein?
Ich denke, die beiden Elemente haben einige Gemeinsamkeiten, was die Texturen angeht. Ich würde jedoch sagen, dass sich der Nebel viel weicher und baumwollartiger anfühlt, während der Wüstenstaub rau und trocken ist. In der Wüste kam es vor, dass ich in kleine Staubstürme geriet, und seltsamerweise war der Effekt für die Fotografie ganz anders als der des Nebels, denn der Staub schien den Ort verschwinden zu lassen, anstatt ihn in einen geheimnisvollen Schleier zu tauchen. Ich bevorzuge den Nebel, weil ich ihn offensichtlich viel poetischer finde.

Sie haben mit einer M6 fotografiert: Wie hat sie sich für Ihre Arbeit und die Landschaftsfotografie bewährt?
Ich arbeite schon seit einigen Jahren mit meiner Leica M6. Sie ist ein Lebensbegleiter, der sich an alle Situationen anpasst. Für dieses Projekt war sie die logische Wahl, denn sie ist einfach und sehr effizient, und ich bin mir ihrer Vorteile und Grenzen bewusst. Um in diesen sehr unterschiedlichen Bereichen mit Film zu arbeiten, muss man seine Kamera gut kennen. Außerdem habe ich mehrere Wochen damit verbracht, diese Orte zu erkunden, und ich wollte mich nicht mit Batterien und anderen unnötigen Problemen überlasten.

Auf Ihren Bildern erkennt man auch die Einsamkeit der Natur: Lebewesen kommen nur selten vor die Kamera. Warten Sie auf diese Momente?
Natürlich ist die Einsamkeit in dieser Serie sehr präsent. Ohne „Küchenpsychologie“ betreiben zu wollen, habe ich dieses Projekt in einer sehr komplizierten persönlichen Phase meines Lebens gemacht, und diese Reise war eine Gelegenheit zu tiefer innerer Reflexion. Ich bin viel gelaufen und habe meine Schritte nur selten zurückverfolgt. Im Gegensatz zu meinen anderen Projekten, bei denen ich mir mehr Zeit für die Komposition meiner Bilder nehme und auf Linien und Kontraste achte, entstand Mist and Dust im Rhythmus der Wanderung. Das war zum Beispiel bei dieser Bergziege der Fall, ein teuflisches Schwarz, das aus dem Nichts auftauchte, wie eine surreale Erscheinung inmitten dieser Baumwolllandschaft. Ich hatte großes Glück. (Interview: Katja Hübner)

Alle Bilder auf dieser Seite: © Jean-Luc Feixa
Equipment: Leica M6 mit Summicron-M 1:2/35 ASPH.
© Jean-Luc Feixa

Jean-Luc Feixa

Jean-Luc Feixa kommt aus Toulouse (Frankreich) und zog 2013 nach Brüssel. Er arbeitete als Pressefotograf und Journalist, bevor er beschloss, sich auf seine eigenen Fotoprojekte zu konzentrieren. Heute arbeitet er als Pressereferent und ist Mitglied des Künstlerkollektivs Salamandre. Seine Arbeiten wurden in Belgien, Frankreich und den Vereinigten Arabischen Emiraten ausgestellt. Sein neuestes Buch, Strange Things Behind Belgian Windows, wurde im Oktober 2020 von Luster Editions veröffentlicht.

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