UNSERE WEBSITES
Deutsch
Warenkorb
Artikel hinzugefügt
Zur Kasse

PORTFOLIO

31.10.17

|
Share:
Riesige Weideflächen, Ackerbau und Viehzucht: Gigantische Rinder- und Büffelherden streifen durch die unendlichen Ebenen der Great Plains östlich der Rocky Mountains. Nur gelegentlich sieht man Eisenbahnschien, ein Windrad oder einen Getreidespeicher. Mittlerweile sind viele Farmen verlassen, zwischen mannshohem Unkraut rosten Autos vor sich hin. Thomas Woods hat seine Eindrücke mit der Leica M-P240 und einem 50-mm-Nocilux eingefangen – entstanden sind Stillleben mit Vergangenheit.

Sie fotografieren verlassene Häuser und rostige Autos – warum?

Mich interessieren diese Themen, weil sie mir einen Blick in die Vergangenheit verschaffen. In eine Zeit, in der diese Autos noch nicht verrostet waren, die Häuser noch nicht verriegelt und der Rasen noch nicht von Unkraut überwuchert. Alle Aufnahmen dieser Serie sind in den Great Plains entstanden, eine weitläufige und meist unbewohnte Gegend, die sehr einsam, aber auch sehr reizvoll und besonders ist..

Ihre Aufnahmen wirken sehr filmisch. Die friedliche, aber zugleich beunruhigende Stimmung erinnert mich an Alfred Hitchcock, David Lynch und deren Thriller-Kollegen. Was hat sie inspiriert?

Mich hat vor allem der Kontrast zwischen meiner Erinnerung aus der Zeit, in der ich die Great Plains als Kind und Teenager erlebt habe, und dem, was ich heute dort sehe, gereizt. Mittlerweile sind viele Städte verschwunden. Familiengehöfte wurde von gigantischen Unternehmen geschluckt. Die meisten jungen Menschen, die in den Great Plains aufwachsen, verlassen sie so bald wie möglich in Richtung Großstadt.  Die Gegend ist leer geworden und insgesamt ärmer und weniger florierend als sie einst war. Meine Bilder sind ein Tribut an einen Ort, an Menschen und ein bestimmtes Lebensgefühl, das sich enorm verändert hat. Hinter dieser Totenstille sind die Geschichten der Menschen aus den Great Plains verborgen – vielen von ihnen wohnen schon lange nicht mehr dort.

Sie haben die Aufnahmen bei Tageslicht mit einem extrem lichtstarken Objektiv gemacht, dem 50er-Noctilux …  

Für 95 Prozent meiner Aufnahmen benutze ich das Noctilux und fast immer bei voller Blendenöffnung. Für die Tageslichtaufnahmen benutze ich allerdings einen starken Graufilter (ND 0.9). Die sich daraus ergebende kurze Verschlusszeit garantiert gewissermaßen für extrem scharfe Bilder, auch aus der Hand. Ein Stativ verwende ich sehr ungern. Diese Aufnahmen habe ich mit einer  Leica M-P240 gemacht. Das Noctilux ist absolut mein Lieblingsobjektiv, weil es eine Situation auf eine ganz und gar einzigartige Art und Weise wiedergibt. Ich habe gelernt, dass man mit diesem Objektiv Geduld haben muss und nehme mir entsprechend Zeit.

All ihre Aufnahmen weisen durch die Art, wie Sie das Noctilux verwenden, eine deutliche Vignettierung auf …

Dieser Effekt lässt sich in der Nachbearbeitung der Bilder nicht wirklich beheben. Also muss man beim Fotografieren diese Vignettierung vorhersehen. Entsprechend platziert man das, was man fotografieren möchte, möglichst im Zentrum des Rahmens, dort, wo das Noctilux am schärfsten abbildet.
Buffalo Ridge, Minnesota
Goodrich, North Dakota
Goodrich, North Dakota
Lamar, Colorado
Nebraska
Kyle Thomas, Winnipeg, Manitoba

Thomas Woods

Woods arbeitet seit 1970 mit Leica-Kameras. Damals kaufte er sich eine gebrauchte M 3 mit einem 35-mm-Objektiv und einem 90er-Elmar. Bereits der Vater des heute 61-Jährigen fotografierte mit einer Leica, genauso wie sein Bruder und seine Frau. Woods lebt mit seiner Familie in St. Paul, Minnesota. In Sachen Fotografie ist der Wissenschaftler, Ingenieur, Patentanwalt und passionierte Radfahrer Autodidakt. 
Link teilen:
via E-Mail Mail
BLEIBEN SIE AUF DEM LAUFENDEN MIT DEN LFI NEWS CHANELS: LFI APP ZUM DOWNLOAD:
lfi
auf facebook
lfi
newsletter
lfi
app
Schließen